Salamander
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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Nürnberger Spaziergänge

Graffity am Bauriedelwehr

Ich finde es eine Schande, wenn Schmierfinken überall ihren Dreck hinterlassen müssten. 
Aber ich müsste lügen, wenn ich behaupte, dass dieses Häuschen kein gutes Fotomotiv abgibt ...

Trotzdem, schöner finde ich es, wenn die Stadt Graffity-Künstler sich kreativ austoben lässt, zum Beispiel nur ein paar Meter entfernt von diesem Motiv, beim Kindergarten. Leider konnte ich das nicht vernünftig mit der Kamera einfangen, vielleicht ein andermal ... 



Salamander 11.04.2014, 15.22 | (0/0) Kommentare | PL

Magischer Moment unter der Brücke

Vom Erfahrungsfeld der Sinne kommend Richtung Altstadt, dem Rad- und Gehweg unter der Brücke beim Prinzregentenufer folgend ... 


ein Stück weiter, die Aussicht wird langsam konkreter ...


bis man dann vom Ufer aus einen wundervollen Blick hat ... 
ich liebe diesen Ort, mag den magischen Moment, wenn man unter der Brücke hervorkommt ...
manchmal sitze ich auf der Bank (zweites Bild) und lese ein Buch oder erhole mich vom Inlinern ... 

(da fällt mir ein, ich sollte wieder mal Sport treiben *blush*)


Salamander 09.04.2014, 14.21 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Was für eine Schande

Fotografiert kürzlich in der Nürnberger Altstadt ...

Salamander 07.04.2014, 13.45 | (0/0) Kommentare | PL

Eichhörnchen auf dem Westfriedhof

Draußen ist alles grau, eigentlich könnte man gemütlich ´nen Film auf dem Sofa gucken, und irgendwo im Schrank liegt noch ein Stapel Schokolade. Rausgehen? Och nööööö. Aber ein bisschen Licht (?) kann ja nicht schaden, und Bewegung erst recht nicht. Hab mal gehört, das soll sogar gut tun. Also mummelten wir uns in warme Pullis und wagten uns in die kalte, böse, feindliche Welt hinaus ...

In der Stadt wurde uns mal wieder deutlich bewiesen, WIE böse und feindlich die Welt ist. Da standen nämlich überall an Knotenpunkten Polizisten. SEK? USK? Jedenfalls die mit den schwarzen Klamotten, Plastikmundschutz und vollbepackt mit allerhand Gerätschaften. So dick ausstaffiert, dass die bei ´nem Motorradunfall von 200 km/h aufstehen, sich den Staub von den Klamotten wischen, aufsteigen und weiterfahren, als wär nix.

Aber als wir dann immer mehr Leute mit Schals sahen, wussten wir, was die Polizei da unten verloren hatte. Die einen Rot-Weiß-Blau, die anderen Schwarz-Rot. Die einen erfolgreich, die anderen treu und loyal. Schade, dass man für so ein Ereignis Polizei braucht (wobei ich bei der Zeile "und an jeds Münchner Auto ...." doch ein wenig grinsen muss *hüstel*). Aber gut, ich schweife ab, und es soll ja auch nicht um Fußball gehen, sondern um Eichhörnchen. 

Vor den Eichhörnchen noch ein kurzer Abstecher in die City. In der Nähe des Hauptbahnhofes hat ein Dunkin Donuts eröffnet. Mir ist das herzlich egal, das klingt mir zu amerikanisch, und Donuts sind Fettgebäck, und überhaupt. Aber Daniel meint wohl, das schmecke besser als alle Donuts, die ich jemals gegessen hätte und auch der Kaffee sei ganz besonders. Trotzdem, die etwa 10 M lange Schlange macht mir nicht gerade Appettit. Außerdem wollten wir ja flink zu den - erwähnte ich schon? - Eichhörnchen. 

Der Nürnberger Westfriedhof ist dafür bekannt, dass es dort zahme Rotpelzchen geben soll. So zahm, dass man sie angeblich sogar füttern kann. Ich habe allerdings nur Gerüchte gehört und wusste also nicht, wieviele Tiere das sind und ob die nur fressen, was man ihnen auf die Wiese streut, oder ob die vielleicht sogar in die Nähe kommen. Was wir dann jedoch an diesem Tag erlebten, das kann ich nur schwer erklären. Es war so beeindruckend, quirlig, lebendig und schön, dass ich kaum Worte finde. Aber ich werde es versuchen :-)

Wir schlenderten über den Friedhof, betrachteten die Gräber, ließen die Stimmung auf uns wirken, beobachteten die Menschen. Bin nicht so der Friedhofsgänger. Für Natur und Spazieren bevorzuge ich den Wald, Friedhöfe sind mir oft zu geradlinig, zu "glatt". Der Westfriedhof allerdings war recht nett, die Bäume ragten tief über die Gräber, die Wege waren gewunden und wirkten sehr natürlich. Insgesamt wirkte alles zwar gepflegt, aber trotzdem naturnah. Besonders wenn man Richtung Pegnitzufer lief, wo immer mehr Bäume und immer weniger Gräber waren. 

Bald sahen wir unser erstes Eichhörnchen. Hoch oben im Baum saß es und rüttelte an einem Zweig. Es wollte Nistmaterial sammeln. Der Zweig saß zu fest, es zerrte und zog, der halbe Baum wackelte, und das Kleine ließ nicht locker, keckerte zwischendurch frech in unsere Richtung und nagte weiter an dem viel zu großen Ast. Wir ließen ihm ein paar Haselnüsse unter dem Baum und liefen weiter.

Wir folgten den gewundenen Pfaden, genossen die Stille und die ruhige Atmosphäre der Parkanlage. Und in einiger Entfernung sahen wir schon das nächste Eichhörnchen. Es hüpfte fröhlich über die Grabsteine und flitzte von einem Verstorbenen zum nächsten. 



Rast auf der Holzbank in der Nähe des kleinen Gesellen. Er (sie?) wurde neugierig, blieb stehen und kam langsam auf uns zu. Ein wenig schüchtern, schnappte sich das in seine Richtung gerollte Nüsschen vorsichtig und flitzte sofort wieder weg. Oh, war das niedlich!



Aber dann kam wenige Sekunden darauf schon der nächste Kobold, die beiden jagten sich kurz, schienen sich nicht so ganz zu vertragen. Einer ab in die eine Richtung, der andere hüpfte schnurstracks auf uns zu und sah uns herausfordernd an: "Wie, noch keine Nuss parat? Was jetzt, Ihr wollt Eichhörnchen füttern oder nicht?" Als wir ihm endlich eine Haselnuss reichten, zerrte er sie uns dreist aus der Hand und kabolzte über die Bank, verbuddelte das Futter in Windeseile ein paar Meter entfernt. Und zack, zurück zu uns. "Nachschub! Gefälligst! Jetzt! Aber hopp!"



Nach ein paar Minuten kam ein drittes, und nur wenig später ein viertes. Das dritte schien sich mit dem ersten sehr gut zu verstehen, und das vierte mit dem zweiten. Die zwei Parteien jagten sich gelegentlich in Spiralen um die Bäume, dann legten sie Riesensprünge hin zu uns. 



Es war eine große Freude! Meistens hielten wir die Hand offen. 





Aber ein paarmal wollten wir es ausprobieren und hielten die Nüsse fest zwischen den Fingern oder eingebettet in unsere Handflächen. Dann zuckten die kleinen Näschen, gruben sich tief in unsere Hand, schnauften und zogen und drückten mit den erstaunlich kräftigen Pfötchen die Finger beiseite, um an die begehrten Leckerbissen zu gelangen. So kräftig und energisch sie waren, so sanft war es zugleich, wir wurden weder gebissen noch geknapst, sie wollten einfach nur unbedingt an die Nüsse. 







Zwei der Eichhörnchen blieben dann irgendwann fern. Die hatten ihre Nüsschen etwas abseits von uns immer sofort gegessen und waren nach ein paar Happen satt. Die anderen beiden verbuddelten alles sorgfältig und konnten gar nicht genügend Nachschub bekommen. Unter dem Blätterhaufen (unklug), neben dem Baum (clever), in der Wiese (recht harter Boden), auf den Gräbern (wenn ich sterbe, sollen bitte Eichhörnchen auf meinem Grab tanzen!). 

Manchmal stopfte der dreistere von beiden sich sogar zwei Nüsse in sein Schnäuzchen. Er wählte auch genau aus, welche Nuss er sich schnappte, die kleinen ließ er zurück in der Handfläche, er angelte sich immer die größten.

Obwohl es nur noch zwei waren, wurde es nicht langweilig. Erdverklebte Näschen, riesige Pinselohren, aufgeplüschte Schwänze, dicke Krallen an den behaarten Pfötchen, immer 100 Prozent bei der Sache, Augen und Ohren aufmerksam in alle Richtungen. Gefahr! Futterneider! Menschen!  Nüsschennachschub! 



Denn wir bekamen weiteren Besuch: Tauben trippelten um uns herum. Ich finde Tauben ja auch hübsch, aber für die Stadt sind sie leider doch eine Plage. Außerdem hätten sie ein paar der herumliegenden Nüsse picken können, was sie aber nicht taten. Sie hofften vermutlich auf Körner.

Und dann kamen zwei Eichelhäher! Wir hatten zuvor auf der anderen Sitzbank ein paar Nüsse deponiert für die etwas vorsichtigeren Eichhörnchen, die lagen noch herum. Einer der Eichelhäher griff eine mit dem Schnabel, ließ sie seine Kehle hinuntergleiten, das sah man richtig. Am Stück, Wahnsinn! Und holte sich sofort die nächste, mit der er dann in den Baum flog und sie dort wohl teilte oder bunkerte. 



Eine kleine Kohlmeise ließ sich auf der Bank nieder und pickte nach den Nüsschen, hüpfte hierhin, dorthin, flog wieder weiter. 

Und der kleine Rote vor uns wurde einfach nicht müde. Allerdings wurde er etwas träge. Während er anfangs noch möglichst weit geflitzt war, um die Nüsse hier und da und dort überall zu verteilen und verbuddeln, vergrub er sie inzwischen nur noch unter und neben der Bank. Fehlte nur, dass er Daniels Fuß beiseite geschoben hätte, um dort ebenfalls etwas zu vergraben!





Er blieb oft bei uns stehen und nagte die Leckereien direkt bei uns. Hielt das Nüsschen, drehte es, schnupperte, biss hinein, mümmelte hektisch, zwischendurch ein leises Geräusch (es klang wie Schluckauf, vielleicht hatte er zu schnell gefressen?), manchmal gab er auch kleine leise zufriedene Laute von sich, während er direkt neben unserer Schuhspitze hockte und knabberte. 



Die kalte Holzbank, oder die ständig angewinkelten Knie in der Hockstellung, ruhig bleiben und die Tierchen nicht verscheuchen. Langsam wurde es kalt, wir wollten nach Hause. Aber der kleine Randale bekam einfach nicht genug. Wir brachten es nicht übers Herz, jetzt schon zu gehen. Und er wurde immer frecher. Es genügte ihm nicht mehr, uns aus der Hand zu fressen. Er wurde ungeduldig, roch die Nüsse in meiner Tasche und scharrte an dem Klettverschluss. Ließ erst locker, als wir ihm wieder eine Haselnuss reichten. Ich steckte die Nüsse in meine Jackentasche, kniete mich auf den Boden und hielt ihm die geöffnete Jacke hin, schwupps hing der Plüschi in meiner Tasche drin! Und als wir ihm die Tüte mit Nüssen hinhielten, da gab es kein Halten mehr! Der kleine Kobold packte das Plastik, fetzte daran herum, steckte den Kopf tief hinein, schnaufte und grub und gluckste, und noch bevor ich überhaupt mit der Kamera klicken konnte, war er schon wieder draußen :-)





Inzwischen schlichen sich die beiden Nimmersatt heimlich von hinten an uns heran und kletterten sogar auf die Bank. Ich glaube, wenn wir eine Haselnuss auf unsere Schenkel gelegt hätten, wären sie uns auf den Schoß gekrabbelt! Daniel wollte sich gerade setzen, als ich noch VORSICHT rufen konnte. Sonst hätte er ein Eichhörnchen am Hosenboden mit nach Hause tragen können ... 



Unser Vorrat schrumpfte und schrumpfte. Als ich in die Tasche langen musste, um weitere Nüsse zu holen, dauerte es dem Kleinen zu lang. Er zerrte an der Kamera, die ich in meiner Hand hielt, vielleicht war dort ja etwas versteckt? Außerdem sollte ich nicht knipsen sondern gefälligst füttern! Ich musste die Fuji fest in der Hand halten, sonst hätte er sie mir glatt entrissen!



Irgendwann war es trotzdem Zeit zu gehen. Ich drehte mich noch ein paarmal um. Ein wenig hatte ich ja gehofft, dass sie uns hinterherflitzen. Oder dass sie auf der Bank sitzen und uns hinterhersehen. Aber sie waren zusehr damit beschäftigt, sich gegenseitig zu jagen, ihre Vorräte abzugrasen und nach anderen Passanten mit Futtertütchen Ausschau zu halten. Wir waren schon gar nicht mehr interessant ...

Ach, das war ein schöner Nachmittag, den wir nicht so schnell vergessen werden ...

Salamander 10.02.2014, 17.00 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Spaziergang durch den Reichswald

Wir waren heute spazieren. Fotoapparat hatte ich nicht dabei, mir war nicht nach Kamera. Auch nicht nach Handybildern. Daher müsst Ihr mir eben einfach so glauben, dass es hübsch anzusehen war ;-)

Ab dem Tiergarten sind wir im Reichswald ein gutes Stück gelaufen, immer waldeinwärts, keine Ahnung wohin, wir wollten einfach laufen. Die Strecke selbst führte dann in einem Bogen bergauf, bergab, wurde mal breiter, mal schmaler, mal gingen wir befestigten Weg, mal robbten wir durch hüfthohen Matsch, tanzten zwischen Wurzeln und rutschten einen Sandhang hinab, zwischendurch kamen wir an sehr schöne Lichtungen und große Stein- bzw beinahe Felsformationen, irgendwann hatten wir gar keinen Plan mehr, und bald darauf sahen wir durch die Bäume sowas Ähnliches wie Zivilisation. 

Wir waren in Rehhof gelandet. Nagut, wir hatten ja damit gerechnet, dass wir für die Fahrkarte ein paar Streifen dazu kaufen müssen für den Heimweg, falls wir überhaupt noch im VAG-Gebiet waren. Statt dessen konnten wir von dort über Mögeldorf zurück nach Hause laufen. So kann man sich täuschen. Aber mal ehrlich, Matsch, rutschige Blätter und Sandhügel bergauf fühlen sich nach mehr als nur sieben Kilometer an, wenn man es bewältigt hat ;-)

Salamander 13.12.2013, 17.31 | (0/0) Kommentare | PL

Die Inselwelt vor dem Umbau

In verschiedenen Berichten habe ich ja bereits vom Projekt >Wasserwelt Wöhrder See< berichtet. Etwa vom >Boulevard< oder dem >Strand< oder im Rahmen eines >Spazierganges<. Und wie versprochen kommt nun mein Beitrag zum Thema Inselwelt. 

Auf den ersten Blick sehen die >offiziellen Entwürfe< ja nicht schlecht aus. Aber wenn ich nun vergleiche, was der Strand und das Boulevard hätten werden sollen und nun statt dessen wurden, dann bin ich skeptisch. Meine Befürchtung ist, dass dieses wunderschöne Fleckchen vom Reißbrett akkurat verschandelt wird, mit haufenweise Beton und Stahl. Die Fledermäuse werden ihrer natürlichen Umgebung beraubt, und die Reiherkolonie wird nach den Bauarbeiten die nächsten Jahre erst einmal keine Lust mehr haben, dort in der Nähe zu brüten. 

Und falls das Ergebnis mir gefällt, dann habe ich bereits die nächste Sorge: ob die Besucher es auch so hübsch lassen werden? Und ob die Stadt wirklich dafür sorgt, dass alles gut gepflegt ist? Ich werde in einem der nächsten Beiträge einen Spaziergang vom Wöhrdersee zum Industriegut Hammer zeigen, und dort ist zu sehen, warum ich die bisherige Pflege sehr kritisch beäuge, denn "ungepflegt" ist leider sehr untertrieben :(

Der Müll ist etwas, wofür ich die Stadt allerdings nicht verantwortlich machen möchte. Wurden die Mülleimer am Strand versäumt, auf dem Radweg die Pegnitz entlang stehen dafür alle paar hundert Meter Mülleimer und Sitzbänke. Wenn die Passanten, Anwohner und Picknicker so dreist sind und ihre komplette Mülltüte entsorgen, kann die Stadt nichts dafür. Ich finde, wenn man jemanden erwischt, sollte es eine recht empfindliche Geldstrafe geben, sowas ist einfach unverschämt. 



Hier beobachte ich immer Fledermäuse im Frühjahr. Zählen konnte ich sie noch nie, aber es sind sehr, sehr viele. Es ist ein unglaubliches Schauspiel, wie sie in der Dämmerung ihre Schlafplätze verlassen und dann über den See schwirren, über die Wiese, in den Baumwipfeln. Manchmal sogar bis vor die Wohnsiedlung. Als ich frisch umgezogen war und aus dem Fenster blickte, dachte ich im ersten Moment "was ist das denn für ein seltsamer Vogel, der hat ja eine ungewöhnliche Flugbahn". 

Ich habe noch nie andere Leute getroffen, die dort stehen und beobachten. Ob das ein Geheimtip ist? Oder sind die Leute das schon sosehr gewohnt, dass es ihnen egal ist? Oder halten sie es tatsächlich für Vögel und gehen einfach weiter? 

Die Fledermäuse kommen manchmal so dicht, dass man instinktiv zurückzuckt oder sich duckt. Aber sie fliegen sehr geschickt. Wenn man stehenbleibt, wird man nicht gestreift, aber sie kommen im Sturzflug bis wenige cm vors Gesicht! 

Ein herrliches Fleckchen, oder? So sieht es in der Dämmerung aus. Das Bild darunter zeigt die gleiche Stelle bei etwas anderer Beleuchtung. Okay, ich verstehe, dass die Stadt da etwas ändern möchte. ABER: wenn man es nicht regelmässig pflegt, sieht es kurze Zeit später wieder so aus, das ist natürlich, wenn dort so viele Fußgänger sind. Einzige Möglichkeit wäre Asphalt oder Stein, aber BITTE, lieber habe ich zerstampfte Erde als künstlichen Asphalt!





Direkt neben dem Ufer ist ein Feldweg mit Sitzmöglichkeiten und dahinter eine große Wiese. Überall am See sind Wiesen, auf denen Hunde spielen dürfen, wo Sonnenanbeter und Leseratten ihre Decken ausbreiten, Familien ihre Picknicks genießen, kleine Gruppen von Kindergärten, Kirchengemeinden, Privatfeiern ihre Treffen veranstalten.



Die Sitzgelegenheiten sind praktisch. Nicht soooo hübsch, das gebe ich zu, aber praktisch. Sie trocknen recht schnell, sind eigentlich immer sauber genug, dass ich mich bedenkenlos setzen kann. Das Holz und der Stein sehen recht natürlich aus und sind so stabil, dass ich nur sehr selten eine Bank entdecke, die durch Vandalismus unbrauchbar gemacht wurde. Was die Stadt nicht schön findet ist vermutlich wieder die plattgetrampelte Erde vom Weg zum Ufer hin. Aber siehe oben: das ist eben so. Besser plattgetrampelte Erde als Grau in Grau! Das Bild unter den Bänken ist die gleiche Stelle, nur etwas näher ans Ufer herangetreten.





In die Wasserfläche möchte man eine Insel bauen, Zitat "Die Fließgeschwindigkeit wird erhöht, dadurch kommt es zu geringeren Ablagerungen. Es entsteht eine attraktive Wasserlandschaft. Ein naturnaher Erlebnispfad soll Kindern und Erwachsenen die Möglichkeit zur Naturbeobachtung aus nächster Nähe ermöglichen."

Den naturnahen Erlebnispfad hat man weiter hinten, den stelle ich in einem eigenen Beitrag vor. Den braucht man hier vorne nicht, die Leute sollen ruhig ein wenig wandern statt alles vor die Nase gesetzt zu bekommen *grml*. Sollte die Insel hübsch gemacht sein und der Steg wirklich aus Holz und natürlich, dann ist das auch okay. Angst um die Tiere vor Ort habe ich immer noch, aber vielleicht sind die ja widerstandsfähiger als ich ihnen zutraue. Doch wie gesagt - BITTE kein Reißbrett und keinen grauen Beton und herzlosen Stahl, nur weil es billiger ist!

Die Fließgeschwindigkeit erhöhen wäre praktisch (da könnte ich jetzt ein wenig über die Entstehung des Wöhrder Sees erzählen, der ja eigentlich gar nicht natürlich ist sondern künstlich angelegt, aber das ist ein anderes Thema *seufz*), das gebe ich zu. Es ist stellenweise schon sehr "tümpelig" und dreckig ...



Von dort aus führt ein kleiner Wald- und Wiesenweg in eine Baumgruppe / ein Wäldchen (ab wann spricht man von einem Wald?). Ich gehe dort tags wie nachts sehr gerne spazieren. Das Gras wächst am Ufer hoch, die Bäume sind dicht, und es sieht aus wie Natur. Heißt, nicht perfekt sondern auch mit umgeknickten Bäumen, die ins Wasser ragen, ein paar Gitter um Baumstämme gegen Nagespuren, viel dichtes Laub und manchmal auch Totholz. Lebensraum für viele Tiere, ich sehe dort oft Hasen, Eichhörnchen, Frösche, unzählige Insektenarten. Na, und von Enten, Gänsen, Blässhühnern, Schwänen ist sowieso alles voll. Natur pur für Stadtkinder, da muss man nichts betonieren!

Hier mal drei Fotos vom Wegesrand bzw Blick auf den Weg ...






Salamander 19.08.2013, 10.12 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Boulevard am Wöhrder See

Meine Gedanken über die Eröffnung des >Strandes< habe ich Euch ja bereits erzählt. Auch ein paar meiner Ansicht nach verbesserungswürdige aber im Grunde >hübsche Fleckchen< an der Pegnitz entlang gezeigt. Jetzt möchte ich Euch zeigen, warum ich von der Umsetzung des >Boulevards< enttäuscht war. 

Auf der Seite >Wasserwelt Wöhrder See< sieht man, was geplant war. Ein schöner Holzsteg, auf dem man am See entlang spazieren kann, schön in das Gesamtbild eingefügt. Wahrscheinlich wurde schnell klar, dass Holz mehr Pflege erfordert als Stahl ein rauer künstlicher Belag von der Rolle. Und somit natürlich langfristig um einiges teurer ist. Das Ergebnis sieht ziemlich traurig aus:



Lang, grau, trist. Es sollte eine Entlastung bringen für Fußgänger und Radfahrer, die sich sonst in die Quere kamen. Hm, also für das Foto habe ich extra gewartet, bis ich den langen Weg einmal schön fotografieren konnte. Normalerweise tummeln sich dort Radfahrer, Hunde, Kinderwägen, Fußgänger bunt durcheinander, und an belebten Tagen ist es auch auf dem Steg ziemlich eng. 



Hier sieht man, dass wenigstens ein klein wenig Holz verarbeitet wurde. Aber, offen gesagt, ich finde, auf diese paar Meter Holz in der Mitte des Steges hätte man verzichten können. 



Eine nette Silhouette wirft der Steg abends im Licht der untergehenden Sonne. Aber von Romantik ist zumindest für mich wenig zu sehen, dafür ist es mir zu steril und kalt. Mit Natur hat das für mich wenig zu tun. 



Und das hier finde ich besonders schlimm: der Steg ist sehr lang, und zwischen den beiden Zuläufen rechts und links ist in der Mitte auch eine große, offene Fläche, über die Radler, Fußgänger usw auf den Boulevard wechseln können. Außerdem sind dort Bänke und Grünfläche. Die Bänke finde ich wenig einladend, sie sehen recht kahl und trist aus mitten auf dem grauen Bodenbelag. Und die Grünfläche hat diesen Namen nicht verdient. Wird dort eines Tages etwas angepflanzt werden? Oder soll es bei ein wenig verdörrtem Gras, eingefasst in Metallrahmen und Kopfsteinpflaster, bleiben? Haben Hundehalter überhaupt eine Motivation, das Geschäft des Hundes aus diesem kleinen Stück Rasen zu entfernen? Zum Spielen oder Erholen zu klein, fürs Auge zu hässlich. Welchem Zweck dient dieses "Beet"?

Immer wieder lese ich beim Strand und Boulevard von "mediterranem Flair". Vielleicht ist das einfach ein Kommunikationsproblem, denn ich habe da komplett andere Bilder im Kopf als das, was man uns vorgesetzt hat. 

Aber den Strand und das Boulevard kann ich verschmerzen. Wovor ich aber Angst habe: der Baustein >Inselwelt<. Zugegeben, dort hinten ist es wirklich verbesserungswürdig. Die Erde am Ufer ist ziemlich plattgetreten, ein wenig mehr Gras und Bäume würden nicht schaden, die Natur hätte eine kleine Frischkur nötig. 

Aber wenn die geplante Insel gleichermaßen künstlich und steril wird wie der Strand oder das Boulevard, dann werde ich bittere Tränen weinen. Der geplante Holzsteg wird vermutlich wieder einmal hässlicher Beton, grau in grau, trist und langweilig, nach einem halben Jahr ungepflegt und vergammelt. Auch befürchte ich, dass die etwa 30 bis 50 Fledermäuse (ich habe sie nicht gezählt, dazu sind es zu viele) dort von den Bauarbeiten vertrieben werden. Jedes Jahr im Frühling gehe ich mehrfach die Woche an das Flussufer und beobachte eine halbe Stunde oder länger die Fledermäuse, die durch die Dämmerung huschen, es ist ein einzigartiges Schauspiel!

Nur etwa 300 Meter entfernt der geplanten Inselwelt ist eine riesige Reiherkolonie, die ich jedes Jahr beobachte und ins Herz geschlossen habe. Oft stehe ich bei meinen Spaziergängen im Frühling lange vor der (natürlichen) Insel und beobachte die Vögel, die dort ihre Nester bauen, sich majestätisch in den Himmel schwingen und ihre Gemeinschaft pflegen. Wer weiß, ob sie nach den Bauarbeiten noch immer dort thronen werden ...

Salamander 12.08.2013, 09.37 | (0/0) Kommentare | PL

Spaziergang am Wöhrder See

Wie >hier< schon erwähnt, gehe ich sehr gerne am Wöhrder See und an der Pegnitz entlang spazieren. Ein schönes Fleckchen Natur. Man hat so manches verkommen lassen, und ich wüsste viele Punkte, an denen ich mir ein paar Euro wünsche, um nachzupflanzen oder ein wenig zu renovieren. Trotzdem mag ich den Weg vom Norikus entlang an der Pegnitz über die große Schafsweide bis zur Satzinger Mühle und noch weiter bis zur Ruine des >Schlosses Oberbürg< bis zum >Fabrikgut Hammer<. Eine schöne Beschreibung des Weges habe ich bei >Norisbike< gefunden.

Eine längere Wanderung werde ich bei Gelegenheit hier vorstellen. Aber vorerst ein paar Fotos aus der näheren Umgebung des Strandes. Denn nachdem ich so einiges zu kritisieren hatte am Strand, möchte ich zeigen, dass es dort trotzdem wunderschön ist ;-)



Ein Blick durch die Büsche und Bäume hin zum >Norikus<. 





Zwei Sitzgelegenheiten am Wegesrand. Habe schon öfter dort gesessen, ein Buch in der Hand, neben mir das Fahrrad. Die prachtvollen Gänse beobachten, die dort gerne über die Wiesen wandern und sich nicht von Hunden, Kindern, Joggern und Radfahrern stören lassen. Im Schatten der Bäume ist es schön zu sitzen. Ein bisschen trist sieht es aus, aber mal ehrlich - es muss ja auch wetterfest sein, und robust sowieso. Und dass die Wiese derzeit so braun ist, naja, es ist schon sehr heiß im Moment. Vielleicht könnte man das Gras einfach etwas wachsen lassen, und statt so viel Asphalt lieber etwas mehr Kiesweg, Waldweg. Aber dann kommt sicher der erste und beschwert sich, wie ungepflegt das aussieht. Irgendwer hat immer was zu meckern, und keinem kann man es recht machen. Von daher, ich bin zufrieden, mir gefällt es dort. Möge die Stadt sich der Pflege annehmen :-)



Ich liebe es, wie die Natur hier ganz sich an vielen Fleckchen sich selbst überlassen ist es ist nicht künstlich getrimmt, sondern ein Stück echte, wunderschöne Natur. Ich mag es, wenn es wuchert, rankt und bunt durcheinander wächst. Die akkuraten Reißbrett-Installationen, die nun alle geplant sind, stimmen mich traurig, sie wirken tot und langweilig. Auch der viele Asphalt gerade im Seenbereich wirkt sehr grau. Der Wöhrder See ist für mich Natur. Begradigte Natur ist wie ein Vogel mit gestutzten Flügeln - ihres grundlegenden Sinnes beraubt :(


>Hier< auf der Seite der Wasserwelt ist die Steintreppe etwas unvorteilhaft fotografiert. Es ist ein "vorher" Bild, und das "nachher" soll natürlich entsprechend schmackhaft gemacht werden. Aber nachdem ich erlebt habe, wie künstlich die Uferpromenade aussieht, habe ich Bedenken, dass die neue Promenade wirklich aus Holz bestehen soll, vermutlich noch mehr abgerollter Belag im Asphalt-Look. 

Aber ich mag die alte, bisherige Treppe. Dort sitze ich gerne auf den Stufen im Schneidersitz, beobachte die Gänse, Schwäne, Enten, Blässhühner. Mir gefällt, wie die Natur sich hier zurückholt, was die Menschen ihr einst genommen haben. Büsche, Gras, das ist wunderschön, wie es um den Stein und in den Fugen wächst. 

Ich verstehe, dass man hier etwas Neues hinstellen möchte. Aber ich fände es schön, wenn es nicht so abgezirkelt und künstlich aussieht. Man könnte es doch etwas natürlicher gestalten, sodass es nicht aussieht, als hätte der Mensch mit Gewalt der Natur eine Wunde gerissen. 



Hier ein kleiner Arm der Pegnitz, fließt nicht und mündet im Tümpel. Eine dichte Baumreihe trennt den steilen, meterhohen Abhang vom angrenzenden Feldweg. Ob all die grünen Algen / Wasserlinsen (?) so gesund sind, kann ich nicht beurteilen, aber besonders an den heißesten Tagen des Jahres ist die gesamte Oberfläche bedeckt. Ich finde, das sieht fast ein wenig aus wie Dschungel ... 

Bitte - nehmt dem See nicht seine Seele, nehmt ihm nicht die Natur, das Leben. Macht ihn nicht zu einem künstlichem Artefakt. Baut neue Pflanzen an, schafft hübsche Fleckchen zum Verweilen. Aber betoniert ihn nicht weiter zu, begradigt ihn nicht am Schreibtisch. Hinterlasst den Städtern keinen neuen Asphalt, keine graue Tristesse. Schenkt ihnen Urtümlichkeit, Grünflächen und Atmosphäre ...

Salamander 08.08.2013, 08.38 | (0/0) Kommentare | PL

Nürnberg hat nun einen eigenen Strand

Vorab: eigentlich geht es mir hier darum, Euch meine geliebte Stadt näherzubringen. Aber - ich bin nicht verliebt in Nürnberg, diese Zeiten sind vorbei. Es ist in all den Jahren zu einer innigen Liebe angewachsen. Und Liebe bedeutet, dass man die Schwächen des Gegenüber sieht, auch wenn man sie ihm verzeiht. Gerne hätte ich hier im Blog den Einstieg mit etwas gemacht, an dem mein Herz hängt. Aber leider kam mir die Eröffnung des Sandstrandes zuvor. Also gut, hier der Beweis: ich liebe meine Heimat, aber ich bin nicht blind ;-)

**********************

Nürnberg hat seit vergangenem Samstag nun einen eigenen Strand. Endlich, yeah, Party on, Sommer Sonne Beach und Fun! Jungs, schnappt Euch die Mädels und ab an den Strand, feiern! Mütter, schnappt die Kinder und geht mit den Kleinen zum Plantschen ans Wasser! Omi, Opi, auf an den Strand, mit den Zehen im Sand spielen und den Sonnenuntergang beobachten! Was für eine tolle Aktion!

Dass es gerade in die Zeit des Wahlkampfes fällt, ist nur Zufall, alles andere wäre Unterstellung. Und so durften Herr Söder und seine Kollegen Huber und Brehm bei der Eröffnung am 03.08.2013 charmant >in die Kamera strahlen<. 

Die Zeitung >berichtet enthusiastisch< über die Eröffnung und das tolle Angebot, da bekommt man richtig 
>Lust auf den neuen Strand<. Die Kommentare unter den Artikeln sprechen eine andere Sprache, und die Medien >rudern nun ein wenig zurück<.

Oben genannte Links enthalten hübsche Bilderstrecken über den Strand. Ein schönes Foto aus der Vogelperspektive gibt es bei >Sat1Bayern<. Jahaaaa, Nürnberg ist damit aktuell ganz groß im Gespräch, das lockt sicher auch Touristen an. Und zeigt den Wählern, dass man sich für die Region stark macht.

Die Aktion des Nürnberger Strandes ist Teil des Projektes >Wasserwelt Wöhrder See<. Hierzu werde ich noch häufiger bloggen, denn seit ich hier lebe, habe ich schon sehr viel Zeit am See verbracht, war inzwischen hunderte Kilometer spazieren, sporteln, radeln, joggen, wandern, beobachten. Ich liebe dieses kleine Fleckchen Natur, auch wenn es in den letzten Jahren sehr vernachlässigt wurde. Das soll nun ein Ende haben (also, die Vernachlässigung, nicht meine Zuneigung). Aber die Umsetzung lässt - bisher, ich wage jedoch zu hoffen - leider sehr zu wünschen übrig. 

Nun gut, obige Bilder der Presse wurden bei Sonnenlicht geknipst, und all die Vorteile des Strandes wurden hervorgehoben. Da es mir tagsüber bei 36 Grad einfach zu heiß ist, bin ich abends hin. Romantisches Feeling bei Sonnenuntergang. Und so, wie die Presse alles fotografierte, was toll ist, habe ich mal einen Blick auf das geworfen, was mir negativ auffiel. Aber seht selbst:



Dieses Schild ist von gestern stehengeblieben. Ist es nicht einladend? Das schlichte Design, auf dem es gedruckt ist, dazu ein bisschen Torfmulch und etwas verbranntes Gras. Die Karibik ruft, hier gehts lang, auf zum Strand!



Und schon ein erstes idyllisches Bild. Ein kleines Kind spielt im See. Ist das nicht süß? Im Hintergrund ein dicker Bagger, der schaufelt nach und nach den Schlamm aus dem See, denn dieser droht zu verlanden. Durch die Änderungen in nächster Zeit soll die Fließgeschwindigkeit erhöht werden und die Wasserqualität verbessert. Vorerst ist Baden nicht erlaubt, es gibt gefährliche Strömungen. Außerdem ist das Wasser verkeimt, Baden ist auf eigene Gefahr. Aber das Mädel kann ja immerhin im Wasser plantschen (falls Mami nichts gegen Keime hat), es muss ja nicht gleich baden. Sich den Sand und die Keime vom Körper duschen kann die Kleine übrigens nicht, denn eine Dusche gibt es nicht. Wer also barfuss durch den Sand läuft, kann sich die Füße nicht waschen sondern muss wieder so in die Schuhe steigen.

Warnschilder gibt es nicht. Klar, Warnschilder würden die Idylle trügen, Karibik olé ade, und jeder Nürnberger weiß, dass Baden verboten ist im Wöhrder See. Und die Touristen werden es wissen, spätestens wenn sie einen Blick ins Wasser geworfen haben, ich würde dort nämlich nicht mal meine Zehen reinstecken. Aber mal ehrlich - muss ein Strand immer "Wasser" bedeutet? Genügt es nicht, sich auf dem Sand zu sonnen, ein bisschen zu träumen und den Tretbooten zuzusehen? Da kommt Urlaubsfeeling auf! Wer was anderes behauptet, ist ein oller Miesepeter!





Und hier sieht man nun den Strand. Karibische Gefühle, direkt vom Reißbrett des Architekten, abgezirkelt und akkurat. 150 Meter feinster Quarzsand (ich empfand ihn als ziemlich grob, nicht anders als in jedem billigen Sandkasten irgendeines Hinterhofspielplatzes). Dazu ein paar Holzbretter, auf die man sich setzen kann. 

Auf den Fotos mit Herrn Söder waren ja recht viele Liegestühle, und auch in den anderen Berichten sieht man Partypeople unter Sonnenschirmen auf Stühlen und Liegen. Tja, wer zukünftig nicht mit dem Handtuch vorlieb nehmen will, der sollte seinen eigenen Klappstuhl mitbringen. Und Sonnenschirme habe ich auch keine gesehen. Aber mal ehrlich - das würde auch zuviel Platz vergeuden. Eine Gruppe von 20 feiernden Jugendlichen, und schon ist der halbe Strand belegt. 

Wenn die 20 feiernden Jugendlichen auch ein paar Flaschen Getränke mitbringen, dann wird es schon schwierig, denn es gibt dort keine Mülleimer. Sie müssen also alles wieder mit nach Hause nehmen. Ich halte es für unrealistisch, dass sie das tun werden. Und wenn der erste sich erleichtern muss - findet er keine öffentliche Toilette (!). Also wird er hinter den nächsten Busch gehen. Vielleicht bin ich Pessimist, aber ich gehe davon aus, dass sich sehr bald die als Toilettenpapier genutzten Tempos hinter den Büschen stapeln werden. Die Hunde wird´s freuen, da gibt´s was zu Schnuppern :-)

Und noch etwas: wie man oben sehen kann, gibt es keine Abstellplätze für die Fahrräder. Radler, Fußgänger, Jogger, Herrchen / Frauchen und ihre Fiffis flitzen alle quer durcheinander. Der gepflasterte Weg ist recht eng für all die angedachten Personen. Wenn dann auch noch die Radfahrer ihre Velos direkt neben die Sitzflächen stellen, ist da kein Durchkommen mehr.

Für die Abstellplätze der Fahrräder hätte ich gleich eine tolle Idee:



Wie wäre es damit, diese hässliche Fläche direkt neben dem Strand genau dafür zu verwenden? Groß, nimmt Platz weg, hat keinen Nutzen, ist hässlich und wäre prima, um ein paar hübsche Fahrradständer anzubieten. Man könnte dort auch gleich eine Hütte aufstellen, die gegen kleine Gebühr Sonnenschirme und Liegestühle vermietet. 

Der Strand ist übrigens nicht abgeschirmt gegen die restliche Fläche. Man hat von dort freien Blick auf diesen Beton nur wenige Meter entfernt, auf die Bauarbeiten gegenüber und auf die vielbefahrene Straße. Umgekehrt natürlich auch. Mögen die Politiker von Karibik, Rimini und Strandfeeling reden, ich kann da nicht wirklich abschalten und genießen.

Damit man weiß, wer für all das verantwortlich ist, findet sich auch ein großes Schild direkt auf dem Strand.



Und wenn wir schon dabei sind - auch ein Kiosk würde dort auf die Betonfläche neben den Strand prima hinpassen. Wenn ich aus der Stadt extra an den Strand komme, möchte ich mich gemütlich hinlegen (am besten in einen Liegestuhl), einen Drink schlürfen und dann mit dem eigenen Fahrrad wieder nach Hause fahren. Der bisherige Kiosk ist da eher ein wenig dürftig:



Schickschick, oder? Immerhin, ein Eis kann man dort kaufen :-)
Und ein Mülleimer steht auch dort.

Nicht nur einen Kiosk gibt es, sondern auch Tischtennisplatten. Und unter den einladenden Betonzelten kann man sich gemütlich auf die alten Bänke setzen und Mitgebrachtes verzehren. Und man kann dort - ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube dass ja - auch grillen. 







Die Natur musste nicht weichen. Denn es soll ja alles naturnah sein. Welchen Zweck der Bagger dort erfüllt, weiß ich nicht. Vielleicht Deko, vielleicht wird es später wieder abtransportiert. Sicher ist: die Fledermäuschen durften bleiben. Links neben dem Bagger (leider war es schon recht dunkel, sorry) sieht man ein Häuschen extra für die nächtigen Flattertiere. Ich bin mir nicht sicher, glaube mich aber zu erinnern, dass da mal zwei standen, aber hier kann es sein, dass meine Erinnerung mich trügt und meine Enttäuschung über den Strand da irgend etwas hineininterpretiert. Wer nähere Infos hat, wieviele Fledermaushäuschen zuvor dort standen, nur her damit! :-)



Der Bagger steht übrigens auf bloßer Erde. Welchen Zweck diese erfüllt, weiß ich nicht, aber rund um den Strand gibt es sehr viel davon. Vielleicht soll dort bald Gras wachsen. Vielleicht kommt da irgendwann noch Sand hin. Aber vorerst hat man am Seeufer ein bisschen Sand, dann abgezirkeltes Pflaster, dahinter alten hässlichen Asphalt und ungepflegte Wiese. Wie man da auf "Rimini" und "Karibik" kommt, entzieht sich meiner Wahrnehmung. Und warum dieses Projekt eine halbe Million verschlungen hat, verstehe ich auch nicht. Aber deswegen bin ich ja auch nicht Politiker, sondern nur Bürger. 

So, das sind also insgesamt meine Eindrücke. Ich muss ehrlich sagen, dass ich recht enttäuscht bin. Die Grundidee an sich finde ich toll und begrüßenswert. Ein Strand in Nürnberg ist klasse, ich bin großer Fan des >Stadtstrandes<. So etwas Tolles mit echten Palmen und einer Poolbar hatte ich gar nicht erwartet, mir war klar, dass das langfristig angelegt sein würde und nicht saisonal. Vielleicht, wenn man es jetzt nicht bei diesem Schnellschuss so knapp vor der Wahl belässt und statt dessen ein wenig Mühe investiert, könnte trotzdem etwas richtig Schönes daraus werden. Momentan aber setze ich mich lieber weiter hinten am See auf die alten Bänke unter die Bäume, dort habe ich noch Natur, Schatten und Mülleimer ... 

Gestern habe ich dazu auch Teile der Uferpromenade fotografiert, über die ich wenig begeistert bin. Ein schöner Holzsteg, darauf hatte ich mich gefreut, was war angekündigt. Bekommen haben wir etwas anderes. Mehr dazu im nächsten Beitrag. Und außerdem habe ich ein paar Bilder über meiner Ansicht nach hübsche Fleckchen gemacht. Denn wie gesagt - ich liebe den Wöhrder See und das Pegnitzufer, und ich hoffe, dass man sich bald noch ein wenig darum kümmern wird. Es kann ja nicht alles schiefgehen, was hier geplant und beschlossen wurde ;-)

Salamander 05.08.2013, 21.07 | (0/0) Kommentare | PL

Reichsparteitagsgelände Teil 3 - 1. FCN, Zoo, Akademie

>Hier geht es zu Teil 1<
>Hier geht es zu Teil 2<

Vom Fahrradfahren zum nächsten Sport: ebenfalls auf dem Gelände befindet sich die Arena des 1. FC Nürnberg (Clubberer an dieser Stelle bitte aufstehen und mit Inbrunst die >Hymne< anstimmen).



Eine der unzähligen Stelen, hier mit Info über das >Frankenstadion<.



Eine Vespa vor dem Fanshop des FCN - kann es ein schöneres Foto geben? ;-)







Falls irgend jemand glaubt hier ein absolutes Park- und Halteverbot zu sehen, der täuscht sich. Hab mal gehört, ´ne Vespa darf überall parken ;-)

Und zum Abschluss – verließ ich Reichsparteitagsgelände, Norisring, Dutzendteich und FCN-Arena und fuhr nach Hause, mit einem nur geringen Umweg über den >Tiergarten Nürnberg< und die >Akademie der bildenden Künste<, die sind nämlich nur einen Katzensprung (mit der Vespa 2 min) entfernt.



Hier übrigens wieder eine Fahrradstation. Wenn auch ohne Fahrräder. Aber man sieht in der Stadt ständig Kleinlaster, die die Rader von einer Station zur anderen transportieren, damit sich nicht alles an einigen wenigen Punkten häuft, sondern immer Fahrräder erreichbar sind. Der Anblick einer leeren Station ist recht selten.





Über den neuen Zoo kann ich leider nichts sagen, denn das letzte Mal war ich vor Inbetriebnahme der Delphinlagune und des Manatihauses dort. Lassen wir mal die Frage außen vor, ob es gerecht ist, Tiere einzufangen und zur Schau zu stellen, aber was sicher ist: der Nürnberger Zoo ist sehr schön gehalten, die Gehege sind recht groß, man kann dort wunderbar spazieren und einen ganzen Tag verbringen, alles wirkt sehr natürlich und gepflegt. Der Blog besteht ja noch länger, und ich habe vor, Euch noch viel von der Stadt zu zeigen, der Zoo wird sicher auch bald dabeisein ...

Zur Akademie kann ich nicht viel erzählen, mit der habe ich mich noch nie näher befasst. Aber wer möchte, dafür gibt es ja Wikipedia ;-)

Hoffe, die kleine “Rundreise” hat Euch gefallen. Vielleicht hattet Ihr beim Lesen ja auch ein wenig Gänsehaut, dann habe ich mein Ziel erreicht ;-)

Salamander 26.07.2013, 09.14 | (0/0) Kommentare | PL