Salamander
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Sommertour am 05.06.2015

Verlängertes Wochenende! An Donnerstag Fronleichnam mit Daniel zur Burgruine Wolfstein, und am Brückentag mit Herbert eine Tour, um mal wieder ordentlich Kilometer zu fahren. Diesmal sollte es nach Würzburg gehen. Plan: Richtung Würzburg, dort einen Kumpel treffen zum Plaudern, Pause machen, Wiedersehen. Danach Richtung Schweinfurt, etwas essen, und je nach Zeitplan über Bamberg oder direkt nach Hause. Landschaftlich war diesmal nicht so viel dabei, sodass ich von vorneherein beschloss, nicht so viel zu fotografieren. Trotzdem wurde es ein ziemlich abenteuerlicher Tag.


Wir trafen uns am späten Vormittag und fuhren los. Die letzten Wochen noch immer recht frisch, war es heute schon ziemlich heiß in den dicken Jacken. Aber ab 80 km/h auf der Landstraße wird es dann irgendwann wieder angenehm ;-)

Normalerweise fahren wir mit mehr Pausen, heute dagegen sind wir recht lange durchgefahren, war auch mal sehr schön und genau das, was wir an dem Tag geplant hatten: Landstraße genießen und Gas geben.

Man spürt, dass endlich der Sommer Einzug hält. Viel zu heiß. Aber dafür dieser typische Duft von Chlor und heißem Asphalt in der Nase. Geöffnete Eisdielen, junge Leute in kurzen Hosen, spielende Kinder, bunte Blumenpracht, die Bäume in Kraft und Saft, Mohnwiesen, Weizenfelder, haufenweise grüßende Biker. Ein tolles Gefühl!

Unser erster Halt war in Neustadt an der Aisch. Wir parkten am eingang der Fußgängerzone. Viele Fotos habe ich heute nicht geschossen, aber ein paar Eindrücke kann ich Euch trotzdem zeigen.



Ein Biker sprach uns an, kam auf einer schweren Maschine, erzählte uns aber begeistert von seiner GTS und fragte neugierig nach unseren Vespen. Und dann kam der Inhaber der Eisdiele gegenüber, auch mit ihm entwickelte sich ein Gespräch. Er erzählte von der frisierten Vespa aus seiner Kindheit. Von dem Glücksgriff, den er letztens getätigt hatte, und gemeinsam schwärmten wir über unsere Lieblinge. Und weil es so heiß war, kauften wir gleich noch ein Kügelchen Sorbet bei ihm, das wir dann auf dem Marktplatz verspeisten ;-)




Nächster Halt sollte in Kitzingen sein. Aber kurz vor der Ankunft dort sahen wir eine wunderschöne Stadtmauer. Natürlich wollten wir wissen, was für ein Städchen sich dahinter verbergen mag? Wir landeten also in >Mainbernheim<.

Wir fuhren in das Örtchen, hinein in eine kleine Gasse. Überall Fachwerk, Kopfsteinpflaster, kleine Cafés. Die Häuserwände mit Efeu bewachsen, und an vielen Ecken blühende Rosenbüsche. Selbst unter dem Helm  roch es überall intensiv nach Rosen. Der Anblick war regelrecht romantisch (vermute ich, mein Schatz wirft mir ja immer vor, dass ich von sowas keine Ahnung habe *g*), dazu der betörende Duft, das hatte schon seinen Reiz.

Wir stellten die Vespen ab und gingen ein paar Meter spazieren. Auch, wenn der Ort nur sehr klein ist, er hätte mal einen eigenen Kurztrip verdient. Im Internet lese ich, dass er einen sehenswerten Friedhof hat, einen Klosterhof, die erste Lebküchnerei in Unterfranken, bis 2009 war Haribo dort ansässig, und den lokalen Wein würde ich auch gerne mal kosten.



laut dem Schild an der Wand gilt es für Inhaber von Automobilen Pflasterzoll zu zahlen ;-)







Wir spazierten an zig genialen Fotomotiven vorbei, aber an jedem zu halten hatten wir nicht die Zeit. Leider konnte ich den Reiz nicht so einfangen, wie ich das gerne getan hätte. Dafür hätten wir wohl einen ausführlichen Spaziergang unternehmen müssen, aber wir wollten ja weiter nach Würzburg. 

Kitzingen haben wir dann natürlich übersprungen. In Würzburg dann trafen wir Björn, kühlten uns ein bisschen ab, tankten neue Kraft, die kleine Atempause tat gut, und ich freute mich sehr, ihn wiederzusehen. 

Die Zeit vergeht auf so einer Tour einfach zu schnell, und mit netten Leuten gleich doppelt ... wir fuhren also wieder los. Die Heimfahrt war angedacht über Schweinfurt, Haßfurt, Bamberg, zurück nach Nürnberg. 

Nach Würzburg waren wir zügig durchgefahren, nach Schweinfurt fuhr ausnahmsweise einmal ich voraus und stellte beim Navi "kurvenreiche Strecke" ein. Tolle Nebenstraßen, das Tempo natürlich deutlich unter dem auf der Landstraße, aber dafür sehr schöne Fleckchen, die wir zu Gesicht bekamen. 

Wir haben beide eine LX, und in Kurven oder bergab rast Herbert mir davon. Dafür bin ich auf gerader Strecke oder bergauf um einiges flinker. Er hält sowieso immer ziemlich viel Abstand, und im Spiegel sieht das eh noch mal anders aus (objects in the rear mirror usw). Aber als er dann überhaupt nicht mehr folgte, bekam ich doch ganz schön Fracksausen. Seine Vespa hatte seit Anfang des Jahres bei jeder Fahrt ständig Zicken gemacht: hier mal ausgelaufen, dort ging ´ne Anzeige kaputt, dann sprang sie nicht an, irgendwas war immer. Aber wir kamen immer heil hin und zurück. 

Im August diesen Jahres sind es 10 Jahre, die das Gefährt ihn mit fast 50.000 km begleitete. Wien, Prag, Lago Maggiore, und wo er noch alles war, er hat verdammt viele Abenteuer damit erlebt. Auf dem CSD führte sie eine Gruppe an, und bei ´nem Umzug hat sie sogar auch geholfen. Tapferes Gefährt! Und vor einigen Jahren durfte ich auch damit fahren, weil ich ja ´nen Schein hatte aber keine eigene Maschine. Und dann sein Grinsen, als ich vor zwei Jahren überraschend mit Helm und eigener Maschine vor seiner Tür stand.  :-)

Jau, mir ging ´ne Menge durch den Kopf, als ich mitten auf der Landstraße immer langsamer wurde, weil ich hoffte, dass er wieder aufholen würde. Irgendwann fuhr ich mit 20, aber es kam niemand. An der nächsten möglichen Stelle fuhr ich in eine kleine Bucht und wendete. Ich war gedanklich auf alles vorbereitet. Sicher nur die Maschine, ...

Da stand er dann, die Maschine am Straßenrand abgestellt. Beiden ging es gut. Was es war, konnte er in dem Moment nicht mit Sicherheit sagen. Aber da die Tankanzeige kaputt ist, wir bereits 160 km auf dem Buckel hatten und er davor auch schon einiges gefahren war, lag es wohl auf der Hand: die Anzeige für Reserve hatte heute wohl auch ihren letzten Tag gehabt. Also gab ich die nächste Tankstelle ins Navi, er bekam noch etwas Proviant für die Wartezeit, und ich fuhr los. 

Ich kam mit brandneuem, gefüllten Kanister nach 10 km und 20 min zurück, und was sah ich: er lag entspannt unter einem Baum im Schatten und hielt ein Schläfchen. Na, der ließ es sich ja gutgehen, während ich durch die Einöd-Pampa kurvte ;-)

Und jetzt hoffen, dass es wirklich nur die defekte Tankanzeige war:



Jau, die Vespa summte wieder, und wir konnten die Fahrt ohne Probleme fortsetzen! Mensch, was waren wir erleichtert! Aber wir sind halt Glücksritter ;-)

Dann der letzte geplante Stop in Schweinfurt. Ich parkte auf dem Zweiradparkplatz. Herbert fuhr erstmal ein paar Meter weiter auf den Gehweg. Bis ich ihm erklärte, dass da auch Vespen parken dürfen, obwohl da ein Motorrad draufgemalt ist *ggg* (naja, er hatte das Schild einfach nicht gesehen, aber ich fand den Gedanken lustig). 



Wir bummelten durch die Innenstadt auf der Suche nach Futter. Es gab schon einige Lokale, aber überall kiloweise Fleisch auf dem Teller. Einige boten nicht einmal vegetarische Varianten an, und wir durften ganz schön suchen, bis wir etwas fanden. Es wurde ganz klassisch mit Pizza. Dazu ein alkoholfreies Radler und zum Abschluss ein Espresso. 



Die Heimfahrt wäre schön gewesen auf kurvigen Strecken und über Bamberg. Allerdings war es schon recht spät, und zu lange in der Dunkelheit fahren muss nicht sein. Also fuhren wir einen großen Teil Autobahn. Autobahn mag ich gar nicht. Aber je öfter ich fahre (manchmal lässt es sich eben nicht vermeiden), desto leichter fällt es mir. Eigentlich völlig harmlos, wenn auch stinklangweilig.

Als wir die Autobahn verließen und Richtung Nürnberg einfuhren, waren überall Sprinkleranlagen auf den Feldern. Manche so ausgerichtet, dass sie auch die Straßen bewässerten. Ich habe einige Male eine satte Ladung abbekommen, nette Erfrischung nach so einem heißen Tag ;-)

In Nürnberg dann fuhren wir an einem kleinen Laden vorbei, vor dem zig Schaltvespen (und ein paar hässliche kaputte Plastikdinger) standen. Eine von den Vespen hatte es mir ja richtig angetan:



Rein nach Nürnberg, an der Ampel verabschiedet und dann getrenner Wege nach Hause ... das war eine Tour, die wir nicht so schnell vergessen werden ... 

Salamander 09.06.2015, 08.44

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von SonjaM

Mannomann, da war ja wieder alles dabei, Spiel (mit der Vespa) Spaß (beim Erkunden der Gegend), Spannung (was ist mit H.?) und eine Überraschung (leerer Tank).

Für einen Moment dachte ich doch, es wäre etwas Schlimmeres passiert. Ich war verdammt erleichtert, dass es nur fehlendes Benzin war.

vom 11.06.2015, 07.39
Antwort von Salamander:

Sie fuhr danach 1a, ... naja, fast 10 Jahre, da geht es irgendwann los mit den Macken ;-)