Salamander
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Saalequelle, Kurpark Weißenstadt

Am 07. Mai, letzte Urlaubswoche, hatte ich Lust auf weitere Kilometer. Es war mal wieder Zeit, meinen Vater zu besuchen. 

Ziel: ohne Zwischenstop durchfahren. Keine Fotos, keinen Blogbeitrag. Mich nicht unnötig aufhalten. Einfach nur losfahren und Ankommen. 

Prüfgröße: ohne Fotos zu Hause ankommen. 

Ergebnis: Fail! Versagt! Durchgefallen!


Auf dem Hinweg habe ich an einer Stelle die Anweisung des Navis übersehen. Gerade, als ich umkehren wollte, entdeckte ich den Wegweiser zur Saalequelle. Ein Zeichen! Wie könnte ich es wagen, mich dem Schicksal zu widersetzen, das mich an die Saalequelle führte?

Ich bin mit der Saale aufgewachsen. Habe in ihr geplanscht, habe sie in Liedern besungen (>an der Saale hellem Strande<, >Fichtelgebirgslied<), bin an ihr gewandert, habe dort Schwäne und Enten gefüttert. Sie ist Teil meiner Sprache ("da muss aber noch viel Wasser die Saale runterfließen"). Die Stadt meiner Kindheit ist nach ihr benannt. 

Also fuhr ich an die Saalequelle, um ihr meine Ehrerbietung zu erweisen. Feldweg mit Schotter und Buckelpiste und Schlaglöchern in Kratergröße, die Vespa warf mir vorwurfsvolle Blicke zu und wimmerte, als ich sie über den Schotter quälte (sorry, Ianto, ich liebe Dich für Deine treuen Dienste!). Dann hieß es absitzen und 600 Meter laufen, weil der Weg für Fahrzeuge gesperrt war. Also ab durch den Wald, bis ich die Quelle sah. 

Naja, viel sagen kann ich nicht. War halt eine Steinumfassung, es floss Wasser raus, es schmeckte klar und lecker. Quelle halt. Glaubt mir einfach, wenn ich sage, dass ich sehr bewegt war :-)

Zu den Bildern: daaaaa auf dem ersten Blid fließt sie raus, auf dem nächsten Bild mal ´ne andere Perspektive. Auf dem nächsten Bild sieht man, wie sie in einem künstlichen Steinbett ein paar Meter geführt wird. Und dann geht es steil bergab, und sie rinnt sich ihren Weg, bis sie irgendwann im ... äh ... irgendeinem Meer mündet.

Zurück zur Vespa, das fünfte Bild ein Eindruck vom Wald herum. Ja, DAS ist Heimat: die Saale, ein Waldweg und ganz viele Bäume. 











Aber immerhin habe ich es dann ohne zweiten Stop zu meinem Vater geschafft. Wir saßen zusammen, haben gegessen, haben uns unterhalten. Was man halt so plaudert. Was halt alles nicht in den Blog gehört und so. Privates Zeug eben. 

Und dann bin ich wieder nach Hause. Die Strecke laut Navi führt direkt durch Kirchenlamitz, vorbei an unserem Treffpunkt für das Pilgramsreuther Vespatreffen. "Neeeein, ich bleibe stark", nahm ich mir vor. Nicht das Haus anfahren, nur von weitem winken. Und dann passierte ich das Granitlabyrinth, das kürzlich im Forum gepostet wurde zu Pilgramsreuth. "Neeeein, das kenne ich noch nicht und hebe es mir als Überraschung auf für das Treffen!". Ich war SO stolz, dass ich es geschafft hatte, nicht wie ein markierender Hund an jeder Ecke zu halten! 

Aber dann passierte >DAS<. Ein paar seltsame Ruinen mitten an der Straße, die laut nach mir riefen. Die Ruinen entpuppten sich als Kurpark Weißenstadt. Ein ehemaliges Firmengelände, dessen Mauerreste heute als Teil des Parks stehen. Eine hübsche Anlage, sehenswert und originell, es finden auch regelmässig Events dort statt. Ein Traum!















Ach, ich liebe das Fichtelgebirge. Eng verbunden mit der Saale und dem Wald sind auch die Felsen, Steine, das Gebirge eben. Ob nun die Luisenburg samt Felsenlabyrinth, der "Frosch", der Epprechtstein, die Kösseine, der Ochsenkopf, der Kornberg und viele andere. Hinaufblicken, sich demütig fühlen. Sie bis an die Spitze erwandern, ins Tal blicken, sich fühlen wie der König der Welt. 

Ich glaube, wenn ich mal viel Zeit habe, dann werde ich eine mehrtätige Tour durchs Fichtelgebirge machen. Übernachten kann ich bei der Familie. Und jeden Tag fahre ich dann mal in die eine, dann in die andere Richtung. Mich zieht es vor allem Richtung Kirchenlamitz, Weißenstadt, Marktredwitz, Wunsiedel. 

Als Jugendlicher war ich nur zu Fuß unterwegs, also ein Radius von bis zu 20 oder 30 km. Mit der Vespa kann ich mehr erleben, und es gibt noch so viel zu entdecken dort! Das Fichtelgebirge ist ein Füllhorn von bezaubernder Natur. Kernig, etwas ruppig, meist kalt und grau, aber von einer ganz eigenen Schönheit, der man sich nicht entziehen kann ... 

Salamander 27.05.2015, 09.40

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Björn

Jetzt erst lese ich diesen Text ... und bin ein bisschen bewegt. Die Saale erinnert mich an Thüringen, wo ich als Kind mit meinen Eltern viele schöne Urlaube verbracht habe. Wegen dir muss ich jetzt die ganze Zeit "An der Saale hellem Strande" hören. Fehlt nur noch, dass ich es auf der Gitarre spiele und dazu singe. :( :D Das geht doch nicht, so als Metaller. m/ Wobei eine Metal-Version davon auch geil wäre. ;)

vom 07.06.2015, 20.19
Antwort von Salamander:

haben ja schon drüber geplaudert. Und ja, ich weiß, was für ein fieser Ohrwurm das ist, ich hab das seit der Kindheit immer mal wieder in Dauerschleife im Kopf, ...