Salamander
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London 30.04. - Southwark Cathedral, Boro Bistro

Ständig auf den Beinen, immer wieder gehen, stehen, da wollten wir uns zwischendurch auch kurz setzen. Direkt neben dem Borough Food Market ist die >Southwark Cathedral<. Im Hof stehen Bänke, und wir überlegten dort unsere Salatbox zu essen. Aber auf dem Kirchengelände sitzen, snacken? Das kam mir unpassend vor, also aßen wir im Stehen auf dem Markt irgendwo inmitten der umhereilenden Menschen. 




Bevor wir uns zum Abschied vom Futterparadies Foccaccia und das äthiopische Take-Away kauften, spazierten wir kurz über das Kirchengelände. Und da sahen wir unzählige Leute, die auf den Bänken saßen, manche sogar mitten auf der Wiese. Sie telefonierten mit Handies, unterhielten sich lautstark, lasen Bücher, picknickten. Eine Gruppe von Grundschülern kam, an die 40 Kiddies in bunten Piratenkostümen. Leben, Lachen, Freude, und doch alles mit einer gewissen Ruhe, ohne die Hektik, die auf dem Markt herrschte. 

Also kamen wir nach dem Futterkauf zurück und setzten uns auf eine Bank. Ach, ich mag die Kirchen in London. Sie sehen alle sehr imposant aus, strotzen nur so vor Giebeln, Türmchen, Bogenfenstern, Winkeln und Ecken. Und später im Laufe des Urlaubs fiel mir immer wieder auf, dass die Gärten vor der Kirche keine "heiligen Orte" waren sondern vor allem als Parks dienten. Das gefällt mir, es wirkt menschennah, freundlich und einladend. 

Kulturbanause hin oder her - weder Daniel noch ich sind große Kirchgänger. Deswegen gibt es hier auch keine Bilder vom Inneren. Wer mag, kann aber oben auf den Link klicken ;-) 

In dem Kirchgarten gab es auch einen Gedenkstein für >Mahomet Weyonomon<, aber jeden kleinen Stein, jede Inschrift hier zu zeigen würde den Rahmen leider sprengen. Deswegen nur ein paar Eindrücke von der Kirche und dem Garten. 













Danach saßen wir noch ein wenig, genossen das Leben um uns herum und plauderten über das bisher Erlebte. Auf dem Weg zum Markt hatten wir ein hübsches Café entdeckt, das wir uns ansehen wollten. Außerdem, mal unter uns - ein Café hat sicher auch eine Toilette ;-)

Das >Boro Bistro< ist direkt unten am Fuße der London Bridge. Wenn man auf der Brücke steht, blickt man direkt in den ungewöhnlichen Innenhof. Badewanne als Blumentopf, Betten statt Bänke, und all die bunten Farben! 





sie hatten noch nicht geöffnet, aber die Tür war bereits geöffnet, und wir wurden herzlich willkommen geheißen. Noch keine Küche, aber ein Getränk boten sie uns an. Das genügte uns, denn es war bereits Mittag, und wir hatten noch nichts getrunken. Für mich Kaffee schwarz, für ihn Cappuccino. 



Aber nicht nur der Cappu und das Äußere sind hübsch anzusehen. Würde ich in London leben, dieses Café wäre möglicherweise einer meiner Favoriten. Es ist ein ungewöhnlicher aber ansprechender Mix aus Gothic, Erotik, französischem Flair, Shabby Chic, altertümlichem Charme und moderner Kunst. 







Wir hatten extra ein Ladegerät gekauft, aber das entpuppte sich in London leider als defekt. Schade, hätten wir in Deutschland ohne passende Steckdose nicht testen können. Deswegen musste ich jedenfalls mit dem Akku sorgfältig umgehen. Ansonsten hätte ich Euch noch eine Menge gezeigt. Zum Beispiel die alten Küchengeräte, die auf dem Weg hinab zur Toilette hingen, sie vermittelten ein altes, hausmütterliches Bild der Frau. Aber je weiter man die Treppe hinuntersteigt, desto mehr sieht man Bilder von Powerfrauen, und dann, bei den Toiletten angekommen ... einiges an selbstbewusster Erotik unterschiedlicher Art, stilvoll und kunstvoll aber sehr eindeutig. Üppige Frauen mit oder ohne Kleidung, dominante Ladies, dunkle Damen, jede Menge Nylon. Aber, wie gesagt, nicht anrüchig sondern ansprechend und chic. 

Es war früher Nachmittag, als wir den Food Market, die Kirche und das Café besucht hatten. Wir fuhren zurück zum Hotel. Hier ein kleiner Eindruck aus der U-Bahn:



Der Tag war bisher sehr entspannt. Zwar hatten wir einiges gesehen, waren voll von Eindrücken, aber trotzdem ließen wir uns Zeit, machten uns keine Vorgaben. Auch die hektische Fahrt in der U-Bahn stresste uns nicht. 

Das britische "get lost" ist vergleichbar einer höflicheren Variante von "verpiss Dich". Ich glaube, wer diesen Spruch prägte, dachte dabei vor allem an das komplexe U-Bahn-System dort unten. Mensch, das ist eine eigene Welt für sich, und man muss aufpassen, dass man sich nicht verläuft oder gar verlorengeht. Man sollte schon sehr genau wissen, wohin man möchte, sonst wird man einfach von der Masse mitgeschoben und landet völlig falsch. Auch die vielen Aufzüge, unendlichen Treppen, die langen gewundenen Gänge, die vielen Abzweigungen, die endlosen Tunnel, ... (wenn ich mir vorstelle, wie ungleich komplexer dann auch noch Metropolen wie Moskau gebaut sind - dann bekomme ich hier in London eine ungefähre Anhnung davon, wie Filme a la "Kontroll" oder Bücher wie "Metro 2033" entstanden sein könnten).

Trotzdem, obwohl es weit mehr Linien gibt als in Nürnberg *rofl* oder Berlin, empfinde ich das System als sehr übersichtlich. Der Service ist sehr zuvorkommend. Wir befragten einen Mitarbeiter nach der günstigsten Möglichkeit, und er erklärte uns die Oyster-Card. Verständlich und simpel, sogar für Fremde. Das Zeug in Nürnberg dagegen verstehen mit all den Tarifzonen, unterschiedlichen Uhrzeiten und Kurz- und Langstrecken ja inzwischen nicht mal mehr die Busfahrer selbst!

Wir gingen kurz in unser Hotel, kamen am Monument vorbei. Aber siehe oben: es ist einfach nicht möglich, alles in den Blog zu pressen. Außerdem interessierte mich das auch eher weniger. Es wäre einfach zuviel für den Kopf, an jeder Straßenecke stehenzubleiben, nur weil hier irgendwas kulturell Sehenswertes war. Wir mussten uns schon auf das konzentrieren, was uns interessierte. Wir erledigten lieber ein paar Kleinigkeiten im Hotel und fuhren dann weiter Richtung Kensington Gardens und zum nächsten Blogbeitrag ;-)

Salamander 06.05.2015, 08.41

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