Salamander
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London 01.05. - Soho Shops

Vormittags waren wir im Pub und in Chinatown. Den Nachmittag verbrachten wir in Soho. Ehrlich gesagt hätte mich das Nachtleben dort schon sehr gereizt. Aber auch bei Tag war es spannend, was wir alles erlebten. Ich glaube, NOCH mehr Eindrücke nachts hätte ich nicht verkraftet ;-)

Von Chinatown aus kamen wir am Rainforest-Café vorbei. Fotos wollte ich nicht machen, der Laden war als Souvenirshop sehr speziell eingerichtet, und ich glaube, Fotos hätten die nicht gerne gesehen. Wer mag, kann ja >hier< mal klicken. 

In der Nähe sahen wir knallbunte Werbung. So bunt, dass man sie gar nicht übersehen konnte, selbst wenn man gewollt hätte. Und im Foyer ein Shaun-Schaf (dazu ein eigener Beitrag) und ein riesiger Transformer. 





Es sah schon interessant aus, war mir aber zu knallig. Daniel erklärte mir, was es mit Ripleys >Believe it or not< auf sich hatte, mir war das gänzlich unbekannt. Und dass es eines der >Kuriositätenhäuser in London< gab, erst recht.

Irgendwie reizte mich das so gar nicht, sah sehr nach Touristenabzocke aus. Und als ich den Preis sah, hatte es sich eh erledigt. 27 Pfund hätten wir pro Person gezahlt, das war es nicht wert, da hatte Soho kostenlos genug zu bieten ;-)

Von Soho habe ich an die 150 bis 200 Fotos geschossen. Euch mit allen hier zu erschlagen macht mir zuviel Arbeit und würde Euch wohl eher ermüden als unterhalten. Außerdem, seien wir ehrlich - wollt Ihr 20 Theatereingänge mit irgendwelchen Euch unbekannten Vorführungen sehen? Unzählige Pubs, wie ich sie letztes Jahr schon gepostet habe? Oder lieber die vielen ungewöhnlichen aufregenden Sexshops? Na also, Problem gelöst ;-)

Ich werde mir jetzt hier nicht die Blöße geben und mich als Musicalfan outen, echt nicht! Trotzdem, EIN Bild MUSS ich Euch zeigen. Weil es das besteste Musical evvaaaaah ist, das jemals auf diesem Planeten komponiert wurde:



Soho ist neben seiner vielfältigen Kultur und dem Varieté und Chinatown unter anderem eine Art Hochburg für LGBTI, das Zentrum der schwulen Szene. Wohin man auch blickt, alles ist regenbogenfarben. Restaurants tragen deutlich queere Namen, die Schilder sind bunt, die Tonnen vor den Pubs, hier eine Flagge, dort die Farben des Shops, sogar der Eistee (Bubbleology) wird warm serviert und die Kellern tragen regenbogenfarbene Strohhalme in ihren Kitteltaschen. Ich will gar nicht so viel reden, seht es Euch selbst an ;-)















Aber es gibt auch "normale" Sexgeschäfte und "normale" erotische Bars. Mehr oder weniger ;-)







Upps, sorry, kein Erotikshop, nur eine Kneipe im Rockerstil. Aber ist ja fast das gleiche ;-)





Dieser Shop bietet sogar extra starke Pillen an ;-)

Neben so viel Kultur und Erotik bekamen wir trotz des reichhaltigen Frühstücks wieder Appettit. Die >Polenteria< hat haufenweise leckere Gerichte aus Maisgries. Und auch leckere vegane Desserts und Getränke. Wir tranken Cappucino und teilten uns eine himmlisch-fluffige Torte mit Apfel-Zimt-Decke. 





Nach so viel weltlichen Dingen war es angebracht, sich ein wenig im Hof der >St. Anne´s Church< zu erholen. Auch hier wieder: das Kirchengelände weniger ein Ort der Stille als vielmehr ein Park, wo Menschen picknickten, Tischtennis spielten, auf der Wiese lagen und lasen, schliefen, plauderten. 

Ein großes Schild am Eingang hieß die Gäste Willkommen: St. Anne´s welcomes you to share in our life of worship, christian disclipleship and service to the community. If you´ve an open mind and an open heart wo hope there´s a place for you here. Ach, das tut gut, solche Texte würde ich gerne bei uns lesen, nicht so streng und voller Entsagung, sondern voller Offenherzigkeit, Willkommen und genügend Platz für alle.





Danach gingen wir wieder ein wenig bummeln. Aber weil ich nicht alle Bilder durcheinander zeigen möchte, habe ich sie oben zu den anderen verfrachtet. Ist übersichtlicher. 

Nach weiterem Spazieren mussten wir wieder auf eine Toilette, und da kam uns die Soho Rocks Bar ziemlich gelegen. Wie man sieht, Erleuchtung (Kirche) und Verderbnis (Sex, teuflischer Rock) liegen dicht beieinander hier in Soho. 







Klar hätten wir unseren Tagesbedarf an Futter in einem oder zwei Lokalen decken können statt hier ein Kuchen, dort ein Bier, da ein Käffchen. Aber mal ehrlich, wir waren in SOHO! Also bitte! Ich wünschte, wir hätten noch sehr viel mehr ausprobieren können! Aber soviel futtern geht leider nicht, so gerne ich gewollt hätte. Also entschieden wir uns nach dem Pub / der Rockbar für ein gemütliches Abendessen. 

Unterwegs hatte ich DIESEN Laden entdeckt:



Die >Hummus Brothers<. Ich kann gar nicht sagen, WIE sehr wir Hummus lieben. Ich bereite ihn ständig zu, verfeinere und verändere das Rezept. Kaufe ihn hier und da im Laden, um verschiedene Sorten zu vergleichen. Esse ihn als Snack, als Hauptmahlzeit, unterwegs und daheim. Wir haben einige Dokus darüber gesehen (jau, Dokus über Hummus, sowas gibt es!). Und das Buch der Hummus Bros habe ich natürlich auch gelesen. Auch, wenn es mir etwas zu fleischlastig ist leider. Also, mit anderen Worten, dort einzukehren war ein MUSS, war PFLICHTPROGRAMM!

Außerdem liebe ich es, mit den Fingern zu essen. Wie heißt es auf der Homepage von Hummus Bros: "Fingers were made before forks". Auch am Vortag beim Äthiopier hatte ich mit dem Brot mein Essen gefasst, und am ersten Abend in London beim Inder mit dem Brot gedippt und die Gabel nur im Notfall verwendet. In Deutschland gibt es auch hier und da die Möglichkeit, unkonventionell zu essen, aber das ist dann eher Pizza. Ich bevorzuge aber eher die orientalischen Gewürze und Speisen, bei denen alle aus einer Schüssel dippen ;-)





In London haben wir etwas erlebt, von dem wir letztes Jahr verschont blieben. Entweder, das ist neu oder in Touristenvierteln wie letztes Jahr nicht üblich oder wir waren immer zu den richtigen Zeiten vor Ort. Aber sowohl im Itidaki-Zen als auch im Hummus Bros nahm man uns quasi die Karte wortwörtlich aus der Hand und ersetzte sie durch eine andere. Mit identischen Gerichten aber deutlich erhöhten Preisen. Ab einer gewissen Uhrzeit zahlte man scheinbar einen ordentlichen Aufschlag. Nun gut, das ist der Preis, wenn die Geschäfte fast rund um die Uhr geöffnet haben, finde ich okay. Außerdem klasse, wenn Schüler und Anwohner nach getaner Arbeit günstig einkehren können, während das Ausgehen abends teurer ist. 

Genug von Speisekarten und Preisen! Wie es geschmeckt hat? Es war Himmel und Hölle zugleich! 

Himmel, denn ein so gutes Hummus hatte ich noch nie zuvor gegessen, ungelogen! Weich, schmelzend, saftig, die perfekte Mischung aus Öl, Zitrone, Bohnen, Gewürzen. Das Brot perfekt fluffig, um das Essen aus der Schale zu greifen ohne sich die Finger einzusiffen, der Geschmack des Brotes würzig aber nicht zu dominant gegenüber dem Hummus. Die Falafel kross mit viel Gemüseanteil. Und obenauf ein wenig Taboule mit frischer Minze. Als Getränk hatten wir beide eine erfrischende hausgemachte Ingwer-Minze-Zitronen-Limonade, die alles perfekt ergänzte. 

Hölle! So ein geniales Gericht werde ich wohl sehr lange nicht mehr essen. Falls jemals überhaupt wieder. Ich habe jeden Bissen genossen, schließlich war es wortwörtlich womöglich der letzte. Außer, Hummus Bros kommt nach Nürnberg, aber da sehe ich vorerst keine Chance. 

Ich werde nicht aufgeben, um zu Hause den perfekten Hummus zu zaubern. Aber allein der Geschmacksunterschied aus frischen Bohnen gegenüber denen aus der Dose ist unglaublich. Bohnen über Nacht einweichen, dann kochen, von Hand schälen, pürieren, puh! Sowas kann man machen, wenn man ein Restaurant hat, aber nicht als Privatperson (naja, könnte schon, aber Prioritäten und so *seufz*). 

Dieser himmlische Hummus (jaja, lästert Ihr nur, Ihr Ungläubigen!) war ein perfekter Abschluss für den Abend. Aber nach Hause fuhren wir noch nicht, denn auf dem Weg zur U-Bahn war ja noch die Carnaby-Street ;-)

Salamander 11.05.2015, 08.45

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Kommentare zu diesem Beitrag

3. von Funny

Hmmpfff ... ich musste mal 5 Kilo Karotten-Brunoise schneiden. Meine Güte, ich hatte nachts Albträume davon :-)

vom 14.05.2015, 11.31
Antwort von Salamander:

Dein Lehrmeister hat es nur gut gemeint mit Dir *muahahaha*
2. von Funny

Polenta? 1:4 :-)

Noch fieser ist, Knoblauch auf Vorrat schälen und hacken zu lassen :-DDD

vom 13.05.2015, 07.04
Antwort von Salamander:

boah, Du bist ja richtig gemein *lol*
1. von Funny

Boah, vor lauter 'in die Tastatur sabbern' weiß ich gar nicht mehr, was ich schreiben soll. Außer vielleicht, dass ich London und Polenta liebe und dass man in der Gastronomie die Bohnen gerne von Praktikanten schälen lässt :-DDD

vom 11.05.2015, 20.49
Antwort von Salamander:

Ja, Polenta liebe ich auch. Seltsamerweise bin ich zu faul, die zu machen (obwohl das ja echt einfach ist) ... manches kann man sich nicht erklären ... ich drück mich immer davor (vermutlich, weil das was ist, was ich noch auf Rezept machen muss wg der Mengenverhältnisse, und ich hasse es, nach Rezept zu kochen)

Praktikanten zum Bohnenschälen, das ist ja übler als Kartoffeln *lol* (und Kichererbsen sind echt fies, jede einzeln zu enthüllen)