Salamander
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3




Einträge ges.: 238
ø pro Tag: 0,1
Kommentare: 220
ø pro Eintrag: 0,9
Online seit dem: 14.07.2013
in Tagen: 1920

Ausgewählter Beitrag

Kühedorf 2015

Kühedorf war 2013 mein erstes Vespatreffen ever. Das durfte ich mir dieses Jahr nicht entgehen lassen. Problem: 1) kaputte Schulter, kann nicht fahren und 2) Vespa steht sowieso noch in der Werkstatt.

Ich hatte versucht, eine Bahnverbindung zu nehmen, es wäre recht umständlich gewesen (mehr dazu in >diesem< Beitrag), hätte aber funktioniert. Und auf dem Treffen selbst würden sich bestimmt Leute finden, die mich als Sozius oder Beifahrer ein paar Kilometer mitnehmen. Die eigene Vespa ist unübertroffen das Beste. Aber ich war ehrlich gesagt schon immer einmal neugierig, andere Vespamodelle (vor allem die stärkere 125er GTS oder die großen 300er) und andere Fahrstile (von Leuten, die mehr Fahrpraxis haben) kennenzulernen. Außerdem habe ich oft einen Sozius hinter mir sitzen und wollte schon immer mal wissen, wie es sich für die Leute hinten anfühlt. Also: nicht jammern, sondern lieber aufs Treffen gehen und diese Chance nutzen. 


Zum Thema "Fahren als Sozius" möchte ich hier nichts schreiben, sondern meine Gedanken in einem eigenen Beitrag sammeln, hier soll es jetzt nur um das Treffen gehen. Ich war jedenfalls unglaublich froh, als Marco sich anbot, mich nicht nur vom Bahnhof sondern sogar von zu Hause abzuholen. Die Fahrt war wirklich ein Erlebnis, auf das ich mich mental erstmal einen Tag vorbereiten musste und das es dann absolut wert war ;-)

Ankunft in Kühedorf, schon die ersten bekannten Gesichter. Herzliche Begrüßungen, Austausch von Neuigkeiten, Frotzeleien, viel Lachen. Gemeinsames Frühstück, das Annelie wieder liebevoll und üppig im Zelt aufgebaut hat für alle Teilnehmer. 

Es ergab sich, dass Chessi mir anbot mitzufahren, und ich habe mich sehr gefreut. Ihre aktuelle Vespa gehört zu meinen Lieblingsvespen, und Chessi war auch eine der ersten, mit denen ich in Kühedorf Kontakt hatte, bevor ich süchtig nach den Treffen wurde. Und mit Martin ergab sich auch ein nettes Gespräch: Er hat die "große Schwester" (GTV) meines kleinen Ianto (LXV 125), und umso neugieriger war es, wie es sich hier als Sozius anfühlen würde und wie die beiden Maschinen sich unterscheiden. 

Meine geliebte Vespa möge bitte mal weghören an dieser Stelle, sonst wird sie eifersüchtig - ich war im Vespahimmel, endlich mal hier und dort austesten, mitfahren, das war eine riesige Freude! Und sosehr ich es vermisste, auf meiner eigenen Maschine zu sitzen, so spannend war es, an diesem Tag mal bei anderen Leuten mitzufahren. 



Wie jedes Jahr wurden wir vom Bürgermeister herzlich Willkommen geheißen. Und dann auf zur Tour! 

Der erste längere Halt war bei einem ungenutzen Abschnitt des Alten Kanals, die >Mindorf Linie<. Leider ohne Foto, da die drei Steinhaufen schwer auf ein Foto zu bannen waren. Ich wollte ja hören, was Marco erzählte, und nicht über die Wiese hüpfen für Bildchen  ;-)

Weiter durchs Altmühltal, nächster Halt beim Dom in Eichstätt, halbe Stunde Rast. Wer wollte, konnte den Dom besichtigen und ein wenig Kultur erleben. Aber ich gebe zu, dass es mir ging wie den meisten: so schön, die vertrauten Gesichter zu sehen, so viel zu erzählen, Sonne genießen, Fotos schießen, ein Espresso im Café auf dem Platz, die halbe Stunde war so schnell vorbei, dass der Dom in all seiner Pracht eher eine kleine Nebenrolle spielte. Trotzdem ein sehr schönes Fleckchen, ideal für eine Rast, und die hohen Türme und das prächtige Bauwerk wirkten sehr beeindruckend. 



Nur eine kurze Strecke weiter, bevor wir wieder 20 Minuten rasteten, noch immer in Eichstätt. Die Strecke vom Domplatz zur nächsten Station war großartig anzusehen (zumal ich ja als Sozius mal so richtig die Landschaft genießen konnte, das war auf dieser kurzen Strecke ein besonderer Genuss). 

Ich liebe das Motiv "Vespa vor Mauer". Keine Ahnung wieso. Wo immer eine Mauer ist, gehört ´ne Vespa davor!





Ebenfalls auf diesem Platz fotografiert: die GTV 300 von Martin ;-)



Weiter auf der Strecke, wir fuhren zum Karlsgraben (Fossa Carolina). Marco erzählte wieder eine Menge über die Geschichte des Grabens. Sehr spannend, auch wenn er überrascht war, wie lange ein geschriebener Text als Vortrag dauert ;-) Trotzdem, so einiges ist hängengeblieben bei mir, und ich finde es faszinierend, wieviel Geschichte tagtäglich um uns herum ist, ohne dass wir es oft überhaupt ahnen. 





Und dann ging es wieder weiter. Ach, wir hatten einfach tolles Wetter erwischt! Am Vormittag schien es, als würde es regnen, doch nach ein paar Tropfen war es vorbei, und die Sonne kam heraus. Den ganzen Tag hatten wir optimales Vespawetter, das besser nicht sein konnte. Nicht zu heiß, nicht zu kalt, strahlende Herbstsonne. 

Die letzte Station war bei der Steinernen Rinne in Rohrbach. Nein, keine Wiederholung von vor zwei Jahren, die Rinne damals war nämlich an einem anderen Ort gewesen ;-)



Ein traumhaft schönes Fleckchen. Und für einen Zwischenstop einfach perfekt. Annelie baute einen Kaffeetisch auf. Manche lagen auf der Wiese und plauderten, andere standen bei ihren Maschinen unter den Bäumen und fachsimpelten. Wieder andere machten Wassertreten im Kneipp-Becken, und natürlich spazierten einige von uns auch in den Wald, um die Rinne anzusehen und zur Quelle zu laufen. 



Insgesamt habe ich auf dieser Tour natürlich mehr Fotos gemacht als hier im Blog. Weil es mit Speicherplatz langsam eng wird (ich muss mir wirklich überlegen, wie es hier weitergehen soll *seufz*), verlinke ich mal zum >Forumsbeitrag<, wo ich weitere Bilder geuppt habe. Und ich bin sicher, weitere Bilder der anderen Teilnehmer werden folgen :-)

Auf der gesamten Fahrt passierten wir immer wieder Schilder, die Hinweise auf den >Limes< trugen, oder Orte, die auf alte Ausgrabungsstellen oder Ausstellungen verwiesen. Werde ich mir vormerken für nächstes Jahr.

Auf zur Rückfahrt, wir kamen alle heil und unversehrt zurück in Kühedorf an. Zusammensitzen, Plaudern, Snacks und Knabbereien. Die Zeit verging wie im Flug, bis Annelie das Abendessen brachte. Es wurde dann auch recht bald dunkel, man saß inzwischen in kleinen Grüppchen an den Tischen. Ernste Gespräche, tiefgründige Inhalte, alberne Zoten, lustige Sprüche, jede Menge Spaß und einfach mal Smalltalk, alles dabei, und es tat richtig gut. Teilweise haben wir alle so wenig gemeinsam in Alter, Beruf, Hobby, Interessen, und doch ist es jedes Mal ein Miteinander, wie ich es sonst nur selten erlebe in solch großen Gruppen.



Wie jedes Jahr in Kühedorf gibt es ein Feuerwerk, extra für uns. Naja, eigentlich nicht für uns, sondern es findet sowieso statt, aber es ist ein Running Gag, und er kommt immer wieder gut ;-)

Kurz vor 22 Uhr gingen wir auf den alten Acker nahe der Zeltwiese und sahen dann hinunter ins Dorf, wo das Feuerwerk gezündet wurde. Anfangs viel Rumgealber, witzige Sprüche, eine Menge Licht von Handy und Taschenlampen. Doch bald wurde es stiller. Über uns waren die Sterne klar zu sehen, vor uns das Feuerwerk, um uns herum Dunkelheit und Stille. So schön ... 

Viele blieben danach noch sitzen, weil sie übernachteten oder erst später heimfuhren. Loisl fuhr nach Hause und nahm mich mit nach Nürnberg. Auch, wenn Abschied schwer fällt, das Feuerwerk war ein sehr schöner Abschluss dieses tollen Tages ... 

Salamander 13.09.2015, 12.33

Kommentare hinzufügen

Die Kommentare werden redaktionell verwaltet und erscheinen erst nach Freischalten durch den Bloginhaber.



Kommentare zu diesem Beitrag

1. von SonjaM

Was für ein schöner Ausflug. Toll, dass Chessi Dich hoch zwei mitgenommen hat. Und? Auf den Geschmack gekommen (Deine 125er möge mal weghören...)

vom 15.09.2015, 04.46
Antwort von Salamander:

So richtig "auf den Geschmack gekommen" bin ich offen gesagt einfach nur, so banal das klingt, bei der GTV, also meinem Modell in groß. Vielleicht auch, weil das Gewohnheitssache ist.

Mein Traum wäre ja ein Schaltroller, wo man hinten so schön die Backen abmachen kann. Mit Choke und so richtig schön altmodisch und eine Stinkemaschine (ich mag den Duft *g*). Aber dafür müsste ich Schrauber sein, als Laie geht das echt ins Geld :(