Salamander
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Frühlingsgefühle - Münchzell, Ansbach, Ponyhof

Die gestrige Tour war immer noch eine gefühlte Wintertour. Frostige Finger, dick eingepackt, bedeckter Himmel. Kaum eine Nacht geschlafen, und schon wurde der heutige Trip zur Frühlingstour. Ein Traum war das heute auf der Landstraße!

Ich fuhr mit Herbert Richtung Ansbach. Bei Zirndorf erst mal zur Tankstelle. Zu jeder Tankrechnung bekam man ein Los, und weil mein Glückstag ist, gewann ich eine "Kaffeespezialität nach Wahl". Ich käme zwar nie darauf, an einer Tankstelle Kaffee zu trinken, aber beim nächsten Treffen in Hersbruck werd ich mir den Kaffee vielleicht nebenan spendieren lassen mit diesem Gutschein. Diese Tankstelle scheint eh meine Glückstankstelle, letztes Jahr hatte ich dort meine >10.000 km< erreicht ;-)


Wir fuhren weiter, unser Ziel war das Kaspar Hauser in Ansbach. >Hier< hatte ich ja schon einmal davon berichtet. Aber davor legten wir einen kleinen Zwischenstop hinter Großhabersdorf bei Münchzell ein. Naturpark Frankenhöhe, das war uns einen kleinen Waldspaziergang wert. Dort sind auch die >Siebenrichtersteine< und der >Heidenhügel< zu finden, besondere Kraftorte. 

Das fünfte Bild finde ich witzig. Seht mal genau hin ;-)











Wir stiefelten lange durch den Wald, steil bergauf, über gefällte und gestürzte Bäume, über ungehbare Wege (klar, es hätte auch offizielle Wege gegeben, aber das kann ja jeder), durchs Gestrüpp. Es war herrlich! Der Duft nach frischem, nassem Moos, Harz, Erdboden, nach Natur und frisch erwachendem Leben. 

Der Spaziergang war ein Traum. Aber die Siebenrichtersteine und den Heidenhügel fanden wir leider nicht. Ein älteres Ehepaar mit Wanderkarte in der Hand wollte auch dorthin, aber auch sie hatten sich verlaufen. Momentan werden viele Forstarbeiten durchgeführt, und die Maschinen haben einige neuen Wege in den Wald gefahren, andere kleinen Feldwege zerstört, trotz der Markierungen war es nicht leicht, sich zurechtzufinden. Naja, es wäre kein Kraftort, wenn jeder Spaziergänger zufällig sofort drüberstolpern würde ;-)

Weiter Richtung Ansbach. Die Motorradfahrer zelebrierten den Frühling. Rennräder, Roller, Trikes, Quads, Chopper, eine Goldwing. So breit, dass sie sogar für Goldwingverhältnisse übergewichtig war, noch dazu mit überdachtem Beiwagen, was für ein Prachtstück! Ich hätte freihändig fahren müssen, hätte ich alle Biker grüßen wollen. Ach, es tat gut, so viele Zweiräder, und heute waren sie alle superfreundlich, nahezu jeder grüßte. Sogar einige Oldtimer-Autos sahen wir, auch deren Fahrer wollten die ersten Sonnenstrahlen genießen. 

Hinter der Mauer parkten wir die Vespen und spazierten bei Sonnenschein durch die Stadt zum Gasthaus. Man spürt richtig den Frühling: verliebte Pärchen Hand in Hand, kleine Kiddies mit dem Dreirad wetzen flink durch die Straßen, ein Straßenmusikant hockte vor dem Kaffee und spielte auf der Gitarre, die Sonne blendete, und in meinen dicken Klamotten wurde mir so richtig warm. 



Standen diese Statuen letztes Jahr auch schon? Egal, ich hab sie mal fotografiert. Sie wirken auf dem Foto leider nicht so gut, denn man muss um sie herumgehen, sie aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Sie erinnern an ein dreidimensionales Gemälde von Picasso, bei dem Nasen, Augen, Münder verschoben sind. Dies in 3D zu sehen ist irritierend. Wenn die Brust dort hängt, wo sonst der Arm wächst und man hinter der Nase durchsehen kann und man nicht weiß, in welche Richtung der Kopf überhaupt guckt, das primäre (Mann) oder sekundäre (Frau) Geschlechtsteil direkt unter / neben dem Gesicht und das Ohr irgendwo auf Höhe des Unterkiefers. Dass man dem Mann eine Gießkanne als Männlichkeit verpasst hatte (aus diesem Blickwinkel des Fotos leider nicht zu erkennen), war schon sehr schräg. Ich finde sie nicht hübsch, aber ich muss zugeben, sie haben doch zu Diskussion und Nachdenken angeregt, also haben sie vermutlich ihren Zweck erfüllt.

Okay, nachdem ich >diesen Text< gelesen habe, verstehe ich dann doch, warum man gerade eine Gießkanne wählte. Trotzdem, ich verstehe scheinbar einfach zu wenig von Kunst, um mir da eine Meinung zu erlauben.



Und dann endlich am Ziel erreicht. Ich hatte mich schon den ganzen Tag darauf gefreut, das Essen dort ist ein veganer Traum! Wir teilten uns eine Calzone, danach hatte ich Heißhunger auf ein Stück Kuchen. Die Auswahl fiel wirklich schwer: Schoko, Kokos, Orange, Zitrone, Tiramisu, Apfelstrudel, Crepe, da lacht das Herz! Ich entschied ich für Schokokuchen. So saftig, mmmh, mit dicker knackiger Kuvertüre, dazu ein Cappucino mit zentimeterhoher Schaumkrome. Wir saßen im Biergarten, wollten die Sonne genießen, das war schöner als innen zwischen all den Leuten im dunklen Schankraum. 





Den Heimweg wollten wir nicht direkt über die B14 nehmen, sondern über kleine Ortschaften. Weiß gar nicht mehr, wie die alle hießen. Aber kurz, bevor es auf die Hauptstraße ging, bogen wir einfach ab, wir hatten keinen Plan, aber die Richtung stimmte, das genügte uns. Und wir hatten richtig entschieden. 

Straßen wie für eine Rollertour gemacht: langgestreckte übersichtliche Kurven, traumhafte Landschaft, beschauliche Dörfchen mit hübschen Brunnen und kleinen Menschengrüppchen am Gehweg, die uns fröhlich hinterherwinkten. Sogar ein Wildgehege war am Wegrand, einige hübschen Kapellen. Von einer Bergkuppe aus hatten wir ein tolles Panorama auf den nächsten Ort hinunter. 

In einem der Dörfchen hatte die Eisdiele geöffnet. Die Menschen strömten nur so dorthin, ich dachte schon, es fände ein Fest statt, aber es war nur der Frühling. Jugendliche, die am Rand des Dorfweihers saßen und die Füße baumeln ließen, aneinandergeschmiegte Paare auf den Bänken, Krokusse, Vogelgezwitscher. 

Herbert blieb einige Male stehen, ob ich fotografieren wollte. Heute war mir nicht nach Bildern, heute war mir nach Fahrt. Die Vespa wollte fahren, nicht stehen! Vielleicht lag es auch daran, dass ich in meinen dicken Klamotten keine Lust hatte, ständig ab- und aufzusteigen, aber das wäre eine banale Ausrede, das würde ich nie zugeben ;-)



Einen letzten kleinen Stop legten wir kurz vor Roßtal ein. Das Schild "Ponyhof" war zu verlockend. Überall am Straßenrand kleine Frühlingsblumen, und unter der Brücke hindurch dann weiter hinten ein offener Stall mit Weide und Ponies. 



Dieser freche Kerl gefiel mir. Daher kommt also die Bezeichnung "einen Pony" tragen. Ich frage mich, wie der überhaupt damit sehen konnte ;-)





Wir standen noch ein wenig bei den Ponies, beobachten die Bauarbeiten an den Bahnschienen. Ein Güterzug brachte gewaltige Maschinen, die ziemlich gewaltig aussahen und deren Sinn uns nicht so recht erschließen wollte. Auf dem Heimweg dann sahen wir an einem anderen Ort diese zighundertemeterlangen Förderbänder in Aktion, ziemlich beeindruckend. Schon schräg, noch nie im Leben gesehen, und heute gleich an zwei Mal an verschiedenen Orten.

Ach, es war eine herrliche Tour! Genau richtig, um mit frischer Energie die neue Arbeitswoche zu starten ...

Salamander 08.03.2015, 19.50

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