Salamander
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Er-Fahren des Alten Kanals

Uuuuurlaub! Und wie muss ein perfekter Urlaub beginnen? Ganz klar: mit einer Vespatour ;-)

Nachdem ich vor einiger Zeit >einen Beitrag< gepostet hatte, wie ich mit Herbert bei der Schwarzachklamm tourte, erzählte Bernd begeistert vom Alten Kanal. Das kenne ich nicht nur von ihm, sondern von einigen Bekannten aus Nürnberg, die immer wieder ins Schwärmen geraten, wie sie in ihrer Kindheit und Jugend dort ihre Zeit verbrachten. Ich konnte das nie nachvollziehen, denn für mich war das einfach nur ein künstlicher Wassergraben. Deswegen freue mich, dass Bernd dann eine Tour für uns organisiert hat. Der Alte Kanal sollte für uns greifbar, erfahrbar und lebendig werden. Und das ist mehr als gelungen!




Bernd mit Überraschungsgast, Loisl, Sunny und Harry, Marco und ich. Eine tolle kleine Truppe, die ungeachtet irgendwelcher Wettervorhersagen einfach losfuhr. Wer vertraut schon den Vorhersagen im April, Regen hin oder her ;-)

Um 10 Uhr trafen wir uns in der Tannreutherstraße Ecke Wacholderweg. Dort beginnt / endet der Kanal. Bernd gab uns ein paar Infos zum Einstieg in die Tour, während wir auf dem zugeschütteten Bett quasi mitten "im Kanal" standen. 





Schon nach wenigen Kilometern machten wir den ersten Halt. Eine alte Schleuse, daneben ein Kiosk, der dort schon seit Urzeiten steht. Bernd zeigte uns Fotos, wie er 1961 zur Ersten Heiligen Kommunion dort mit seiner Familie spazieren war. Spannend, das zu vergleichen, wie wenig sich geändert hat und dass er auch heute noch immer von Familien, Radfahrern und Wanderern als kleine Flucht aus dem Alltag genutzt wird. 



Zugegeben, unten auf dem Bild sieht man, nicht alles ist immer "hübsch". Das Wasser ist hier recht brackig, überall kleben Algen, es ist recht verrostet. Aber mein Blick glitt über diese Schleuse hinaus, die Bäume entlang, über den langen Kanal hinweg, und die Umgebung ist einfach schön dort, ich glaube, ich werde öfter dort spazieren oder wandern, auch mal ohne Vespa ... 



Faszinierend, was die Menschen damals geleistet hatten beim Bau in nur so kurzer Zeit. Vor allem, wenn man die damaligen Möglichkeiten bedenkt und sie in Relation zu heutigen Großprojekten setzt. Aber diese Details möchte ich im Bericht nicht schreiben, da verweise ich lieber an >Wikipedia<.

Unser nächster Halt führte uns zum Waldspielplatz und Biergarten >Steinbrüchlein<. Ein Waldspielplatz mit Biergarten, über den ich vor einiger Zeit bereits >kurz berichtete<. Jetzt war ich schon zweimal dort, bin aber nie eingekehrt. Wird langsam Zeit ;-)

Bernd erzählte einige Anekdoten rund um die Umgebung und die Besitzverhältnisse der Wirtschaft. 







Ich gebe zu, an dieser Station war ich etwas abgelenkt: Leider ging der Akku meiner Kamera in die Knie. Ich musste mit den Fotos danach sehr haushalten (nix mehr mit "1000 Bilder und das Beste raussuchen"), und mein Billig-Handy macht auch nur schlechte Qualität. Es tut mir leid, dass diesmal also die Bilder nicht so geworden sind, wie die tolle Organisation von Bernd es eigentlich verdient hätte! :(

Nächste Station der alte Kanalhafen Worzeldorf. Dort waren die Kinder früher gerne Schlittschuh gelaufen bzw hatten Eishockey gespielt. Ob das heute noch immer so ist? Ich fühlte mich erinnert an die "Schübelslache" aus meiner alten Heimat, und wenn ich so auf das Wasser blickte, sah ich vor mir die Kinder, die dort tobten und spielten, hörte das Lachen und Rufen. Auch erklärte Bernd sehr schön, wie die Schiffe im Kanal die Höhenmeter überwinden und wie die Schleusen funktionieren. 







Wir fuhren wieder ein paar Kilometer. Eine kleine Kaffeepause, sitzen, plaudern. Und dann weiter zur nächsten Station. Zwischen Kleinschwarzenlohe und Wendelstein ist gegenüber dem Verkehrsschild nach Sog eine Einfahrt zu einem hübschen kleinen Ort mit Waldspielplatz und Picknickbänken.

Sunny und Harry vor dem dicken Stamm, da sieht man richtig, wie mächtig dieser Baum war! 



Und hier unser Marco. Ist das nun Marco, der vor diesem Stamm so imposant wirkt, oder ist es der Stamm, der plötzlich soviel kleiner wirkt? ;-)



Es gab auch einen hübschen Naturspielplatz mit verschiedenen Stationen. Klanghölzer, verschiedene Holzarten, ein Kletterstamm, ein Geschicklichkeitsparcour und einiges mehr. Herrlich, um dort spazieren zu gehen und ein gemütliches Picknick zu halten!





Der Halbkreis aus Palisaden zeigt den (halben) Durchmesser des Stammes des dicksten Baumes, Ahuehuete, eine mexikanische Sumpfzypresse. Sehr beeindruckend und für uns kaum vorstellbar. Da braucht es schon eine Menge Menschen, um diesen Baum zu umarmen ;-)

Wieder ein paar Kilometer fahren, nächste Station Schwarzachklamm. Habe ich oben bereits verlinkt, weil ich ja kürzlich erst dort war. Eine traumhaft schöne Gegend, wo ich gerne im Sommer einmal spazieren gehen möchte. Fotos habe ich mangels Akku keine gemacht, aber >hier< kann man ja ein paar Bilder vom letzten Mal sehen. 





Von dort ging es weiter nach Schwarzenbach bei Burgtann. Ein sehr schön einsehbarer Bereich des Kanals. Hier finde ich den Kanal besonders idyllisch und kann mir vorstellen, wie die Familien sonntags spazieren ...



Neben der Gaststätte >Zum Ludwigskanal< liegt das Treidelschiff Elfriede. >Treideln<, das bedeutet, dass im Wasser liegende Schiffe von Menschen oder Zugtieren vom Ufer aus gezogen werden. Einmal im Monat kann man sogar noch mit dem Schiff fahren. Ein weiteres Reiseziel aus der Region, das ich mir vorgemerkt habe für später :-)

Dann fuhren wir auf den Hofberg (gehört zu Obermässing). Annelie hatte Kaffee und Kuchen für uns gebracht, was für eine tolle Überraschung! Und der Ort war wirklich perfekt ausgewählt. Schade, dass hier meine Kamera dann den Dienst komplett versagte und nur noch Handy möglich war. Die Aussicht war traumhaft! Eine riesige Wiese, ein verlassener alter Stall, wunderschöne Bäume, die Vespen perfekt platziert und ein hübsches Panorama. Wie Marco treffend sagte, als säße man oben auf dem Walberla!



















Hier blieben wir etwas länger. Schlenderten über die Wiese, unterhielten uns, tranken Kaffee. Annelie zeigte uns ein paar Bilder von Kutschfahrten und ihren Veranstaltungen. Auch ging sie mit uns in die alte Scheune und erzählte, wie sie früher dort gefeiert hatten. Die Scheune ist rumpelig, voller Spinnweben und altem Inventar, aber man sieht noch die Plätze, wo man die Pferde anbinden konnte, oben am Dachstuhl alte Betten und Matratzen, ein Schrank sogar noch mit Jacken darin, ich liebe solche alten Orte. Wäre ein toller Ort für einen GeoCache eines Lost Place!

Ach, dort oben hätte ich noch lange bleiben können. Ich liebe die Weite, und dort oben hat man jede Menge davon, ... und mit Kaffee und Kuchen lässt es sich gut dort aushalten ;-)

Zum Abschluss unserer Tour fuhr Bernd mit uns nach Freystadt zur Wallfahrtskirche Mariahilfe. Fotos habe ich keine, aber ich verweise an meine >frühere Tour<, wo ich bereits innen und außen ein paar hübsche Aufnahmen gemacht habe. Damals dachte ich mir, wie schön es wäre, wenn jemand ein bisschen über die Kirche erzählen könnte. Nur im Heftchen zu lesen ist wenig inspirierend, besser selbst umsehen, während jemand erzählt. Und dieser Wunsch wurde mir heute erfüllt: 

Annelie, offizielle Kirchenführerin, erzählte uns einige spannenden Dinge über den Bau der Kirche sowie die darin befindlichen Bilder und Symbole. Ich bin nicht katholisch und habe mich noch nicht näher mit der Rolle der Maria befasst. Es war aufschlussreich, mehr über sie (bzw ihre Rolle in der katholischen Kirche) zu erfahren. Eigentlich bin ich nicht so der "Kirchengucker" unterwegs, die sind mir zu dunkel und muffig, aber dieses Bauwerk ist sehr beeindruckend. Klein, aber absolut sehenswert da auf eine Weise prunkvoll, wie man es hier nur selten zu sehen bekommt. Und schön hell, nicht so deprimierend wie die meisten großen Kirchen hier.

Von Freystadt aus fuhren wir zusammen weiter, unterwegs trennten sich dann unsere Wege. Bis hierher war das Wetter recht gut. Immer wieder einmal etwas Sonne und nicht zu kalt. Ab und zu ein paar Regentropfen, aber ich konnte ohne Schutzkleidung fahren, nur das Visier bekam ein paar Spritzer ab. Eben tpisch April. Die letzten 10 km, nachdem ich mich von der Gruppe getrennt hatte, geriet ich dann doch noch mitten in den Regen. Aber da stört es nicht mehr, zu Hause kann man sich ja umziehen und in die Wanne hüpfen ... 

Es war eine herrliche Strecke mit toller Landschaft und sehr schön ausgewählten Wegpunkten. Bernd hat uns seine Leidenschaft für den Kanal bildlich und emotional sehr schön transportiert, und endlich kann ich auch verstehen, warum so viele Leute davon schwärmen. Wir haben sehr viel gelernt heute. Über die Geschichte des Kanals, über die Region, über Schiffahrt, über eine Kirche. Eine Kultour ;-)

Danke, Bernd und Annelie für diesen wundervollen Tag! 
Noch besser kann der Einstieg in den Urlaub nicht beginnen ;-)

Und zum Abschluss noch ein schöner Link zum >Alten Kanal<

Salamander 26.04.2015, 16.28

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Kommentare zu diesem Beitrag

2. von SonjaM

Super interessant! Ich mag Kanäle, auch wenn ja mit der Natur herum gepfuscht wurde. Bei dem Anblick des gerichteten Kaffee mit Kuchen auf weißer Tischdecke musste ich an die Ausritte der Adligen denken, die auch unterwegs versorgt wurden. Klasse Start in den Urlaub. Viel Spaß auch in den kommenden Tagen...

vom 26.04.2015, 20.59
Antwort von Salamander:

ui, schönes Beispiel mit den Adligen ... ja, so kam man sich auch ein bisschen vor, soviel Aufwand wie man sich da für uns gemacht hatte, und die tolle Gegend, das war schon sehr edel :-)
1. von G`schichtenErzählerin

Das liest sich super interessant !! :ok: So eine Tour würde mir auch mal gefallen. Darf man da eigentlich auch mit dem Motorrad hin?

vom 26.04.2015, 20.59
Antwort von Salamander:

Auf ein Vespatreffen oder an den Kanal? 

Zum Vespatreffen, hm ein kleines privates Treffen schon, denke ich, die Leute sind immer total relaxt. Nur fürs Foto vielleicht kurz abseits stellen mit der Maschine *ggg*) ... bei den großen Treffen weiß ich nicht, hab das Gefühl, das wird nicht so gern gesehen ... (aber wir fahren ja auch recht gemütlich, ein Motorrad dürfte sich bei 70 oder 80 km/h eher langweilen oder?)

Und der Kanal, dort darf man auch nicht mit Motorrad. Wir parkten immer an einem Parkplatz bei einer Gaststube oder an der Straße und liefen dann zum Kanal hin. Dort gibt es höchstens Fahrradfahrer auf den Wegen ...