Salamander
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Blitzmarathon 2014

Der Blitzmarathon in Bayern wurde natürlich ausgedehnt. Zwei Tage reichen nicht, da muss es schon eine ganze Woche sein. Ob das nun sinnvoll ist oder nicht, ob es dem Staatssäckel oder tatsächlich der Sicherheit dient, warum das durchgezogen wird und überhaupt, dazu will ich mich gar nicht äußern. 

Trotzdem muss ich neben all dem Unken und Lästern, das man sonst so liest, etwas erwähnen: als Biker ist man einfach das schwächste Glied der Kette. Ich gebe zu, dass ich bei freier Straße auf ausgebauter Strecke innerorts schon gerne schneller fahre als 50. Das liegt vor allem daran, dass ich im Verkehr mitschwimmen möchte und spüre, dass ich mit 50 eindeutig ein Hindernis bin. 

Ich kann es gar nicht zählen, wie oft ich täglich riskante Überholmanöver erlebe. Die Leute machen schnell mal eine dritte Spur und drängen mich dabei fast von der Straße. Mindestabstand existiert nicht, und haarscharf vor mir wird wieder eingeschert. Will ich gar nicht jammern, das kennt jeder, der sich auf zwei Rädern fortbewegt. Ein bisschen kann ich das eindämmen, indem ich auf der linken Seite meiner Spur fahre (selbst in der Mitte werde ich oft überholt, indem ein Fahrer mich erst von hinten bedrängt und sich dann dazwischenschiebt, oft genug erlebt). Aber es ist ein ständiger Kampf, den zu kämpfen ich einfach nur müde bin. 

Während des Blitzmarathons war es lästig, an Ampeln halten zu müssen, die ich sonst locker bei Grün überfahre. Und es hat genervt, auf gerader Fläche dahinzuschlurchen. Aber: ich wurde nicht einmal überholt. Weil die Autos sich an die Geschwindkeit hielten und somit keinen Grund hatten, mich zu überholen. Eine ganze Woche ohne gefährliche Manöver, WOOOW! 

Klar, Gefahren im Alltag gibt es immer. Aber grade als Biker ist die häufigste Situation die, dass meine Geschwindigkeit unterschätzt wird (wenn Linksabbieger nicht warten, bis ich über die Kreuzung bin) oder die Leute mich sinnlos überholen. 

Erst am Wochenende hatte ich wieder die Situation: zweispurig, die rechte Spur ging in die linke über und wurde einspurig. Ich fuhr rechts. Hinter mir kam ein Auto, holte auf, ich wollte auf die linke Spur, aber das Auto drängte mich regelrecht von der Straße. Ich versuchte, auf mein Recht zu bestehen und selbstbewusst rüberzulenken, aber der Fahrer ignorierte mich und zwang mich zum Abbremsen und  hinter-ihm-einordnen. Wäre ich draufgängerischer gewesen, hätte es vermutlich gekracht. Solche Situationen kann ich täglich mehrere erzählen ... 

Naja, aber ein Blitzmarathon von einer Woche wird nicht dazu beitragen, dass die Autos mich die restlichen 358 Tage des Jahres rücksichtsvoller behandeln :(

Salamander 29.09.2014, 15.50

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von SonjaM

Gerade mit Roller passiert so was jeden Tag, und bei Tempo 80 oder 100 km/h wird die Angelegenheit noch dramatischer. Meinetwegen könnte jeden Tag Blitzmarathon sein. Ok, mich hat es auch schon erwischt... neulich war ich 6km/h zu schnell. Mein Fehler. Ich bin dafür, dass man diese Aktion ausdehnt, denn nur, wenn man am Geldbeutel anfängt, merken die Blechdosenfahrer was.

vom 03.10.2014, 10.57
Antwort von Salamander:

wenn sich ALLE daran halten würden, wäre das wirklich in Ordnung, denn wenn alle 50 fahren, kommt man erstaunlicherweise schneller voran, als wenn man sich dem Verkehrsfluss anpasst und um die 65 fährt ... aber 50 zu fahren, wenn andere 70 fahren, das ist gefährlich ... von daher, ja, wenn das immer wäre, ich hätte kein Problem damit ... 

(aber nur für ein paar Tage, das ist sinnlos, daher denke ich, dass solche Aktionen wirklich nur einem Zweck dienen)