Salamander
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Afrika-Festival 2015

Letztes Wochenende fand das >Afrika-Festival< auf der Pegnitzwiese unter der Theodor-Heuss-Brücke statt. Da wollten mein Mann und ich natürlich auch hin, denn wir lieben fremde Küche!

Die Post geht wohl am Abend ab, wenn ich mir die Berichte der letzten Jahre durchlese. Bands, tolle Stimmung. Aber wir sind beide keine Partylöwen und bevorzugen ein paar Menschen weniger. Also fuhren wir gegen 15 Uhr zur Brücke, parkten die Vespa etwas abseits und besuchten das Fest. 




Ein Teil der Zelte ist von der Brücke aus sichtbar. Doch die große Hauptbühne (abends mit Livemusik), die große Futtermeile und die Sitzmöglichkeiten sind unter der Brücke. Praktisch, denn dadurch können die Gäste bei Regen ungestört der Musik lauschen und ihr Essen genießen. Aber an Regen war bei knapp über 30 Grad nicht zu denken. 





Überall lagen Jungs mit freiem Oberkörper und langen Rastazöpfen auf der Wiese, Kinder in Badekleidung flitzten durch die Gegend. Dankbar war ich für ein paar Jugendliche, die mit der Sprühflasche durch die Gegend spritzten und für Abkühlung sorgten ;-)

Was gibt es auf dem Afrika-Festival zu sehen? Einige politische Stände für Umweltschutz, Politik, Völkerverständigung. Tolle Sache. Findet leider zu wenig Beachtung bei den Gästen (da will ich mich gar nicht ausnehmen, ich stand eher bei den Verkaufsbuden und in der Futtermeile). 

Auch gab es Stände, an denen die Besucher sich Hennatattoos oder Rastalocken oder gar Piercings und Body-Modifications machen lassen konnten. 

Dann natürlich sehr viele Läden mit Deko, Ramsch, Tourizeug. Einiges billig und wie vom Jahrmarkt. Anderes wunderschön, edel und ansprechend, wie man es nicht an jeder Ecke bekommt. Musikinstrumente, Möbel, Kleidung, Accessoires, Tücher, Nippes, Mützen, Brillen, Lebensmittel, Schmuck. Kitsch meets edles Handwerk.











Ein Stand verkaufte Dekoration aus Naturmaterial. Mein Mann sagte treffend: Sachen, die dort wohl weggeschmissen werden bzw keine Beachtung finden. So, wie bei uns Tannenzapfen, Kastanien, Schneckenhäuser. Nur eben aus Afrika. Also Naturprodukte, die hübsch aussehen und sich schick im Regal machen. Wir haben sie berührt, getastet, gerochen, es war wunderschön, zB die Zimthörnchen, oder eine Art Zapfen. Kerne, Früchte, getrocknete Hölzer. Duftend, mit ungewöhnlicher Oberflächer oder in faszinierenden Farben.



Von diesen Dingen haben wir aber nichts gekauft. Klamotten haben wir genug daheim, Deko verstaubt, Ramsch brauchen wir eh nicht, Möbel haben wir. Der Grund, warum wir eigentlich dort waren, das sind die Futterbuden. Ich wusste nicht, was es geben würde. Aber mir war klar, dass es haufenweise vegane Leckereien geben würde. Ist ja nicht jede Kultur so fleischlastig wie wir Franken ;-)

Und obwohl es natürlich auch viel mit Fleisch gab (neben Rind und Lamm sogar Krokodil, Springbock und irritierenderweise auch Känguru?), konnte man sich vor vegetarischen und auch veganen Köstlichkeiten gar nicht entscheiden!

JEDER Stand hatte mehrere pflanzlichen Speisen im Angebot, die meisten davon in sehr großem Anteil, einer sogar ausschließlich. Wraps, Linsengerichte, Kichererbsen, Brei, Salate, Falafel, in Schokolade getauchte Früchte, Pakoras, Kochbananen, Gemüsepfanne und vieles, vieles mehr. 

Manche der Stände waren einfach nur aufgebaute Zelte mit Kantinen-Behälter. Andere hatten riesige Pfannen und Kochgeräte, an denen sie hantierten. Manche waren wie Foodtrucks, andere waren aufwändig aufgebaut und eingerichtet. Ich hätte gerne mehr gezeigt, aber es waren auch am Nachmittag bereits genügend Leute unterwegs, sodass ich gerade bei den Futterbuden nur wenig fotografieren konnte. 





Ich weiß, im Shashamane kann ich immer essen, aber die anderen Stände hatten teilweise ähnliches Futter (Injera, Brei aus Kichererbsen oder Linsen), und bei meinem Lieblingsäthiopier in Nürnberg weiß ich einfach, dass es toll schmeckt. Außerdem kann ich von diesem genialen Brot einfach nicht genug bekommen.



Daniel bestellte sich Reis mit Gemüse in Erdnuss-Sauce. Sehr lecker! 



Danach teilten wir uns Puff-Puff (gebackene Hefebällchen) und Kochbananen. Die Hefebällchen schmeckten leicht säuerlich. Sehr ungewohnt, aber extrem lecker. Und Kochbananen habe ich das erste Mal in meinem Leben gegessen, die waren wirklich köstlich. Ein bisschen wie weiche Pommes mit Bananengeschmack. Wie hat der Koch es nur geschafft, dass sie als Stifte angebraten werden statt zu Matsch zu zerfallen?

Und ganz zum Schluss eine Art Pakora-Teigtasche mit ZuckerZimt bestreut und gefüllt mit Pflaumenmus. Im Teig ein wenig schwarzer Kümmel, der erstaunlicherweise perfekt zu dem süßen Gebäck passt. 

Die Mitarbeiter an den Ständen strahlten gute Laune aus, passend zum Wetter. Die Frauen lachten, tanzten. Es ist so ungewohnt, wenn man sein Essen bestellt und die Frau tanzt mit dem Kochlöffel in der Hand zum Topf, rührt rhythmisch um und strahlt uns dabei an, während sie dann hüftschaukelnd und mit den Armen gestikulierend die Schöpfkelle irgendwie auf den Teller leert. Diese gute Laune war richtig ansteckend, und wir haben viel gelacht, gegrinst, uns an den Spielen einiger Kiddies gefreut und mit dem Fuß zur Musik gewippt (heeeey, für nen Franken ist das bereits Extase!).

Es war ein toller Nachmittag! Und allen, die noch auf das Fest gehen werden, wünsche ich viel Freude!

Salamander 13.06.2015, 14.10

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Kommentare zu diesem Beitrag

2. von Funny

Na super, jetzt habe ich Kohldampf und muss noch ungefähr 3 Stunden bis zum Mittag warten. Reis mit Gemüse und Erdnusssauce ... boah, mir tropft der Zahn :-)

vom 16.06.2015, 07.06
Antwort von Salamander:

inzwischen hast Du ja gegessen ...
sonst hätte ich noch ein wenig geschwärmt, zB von dem kleinen Klacks scharfer Sauce, den man auf dem Foto nicht sieht, der aber sehr interessant war, da anders als gewohnt, und extrem lecker ... mmmmmmmmh! ;-)
1. von SonjaM

Solche Fest finde ich immer ganz toll (auch wenn ich ebenso wenig noch zusätzlichen Tand in den Regalen haben will wie Du). In Kanada gab es solche Ethno-Parties regelmäßig und aus aller Welt. So etwas gibt es m.E. in unserer Gegend viel zu wenig...

vom 14.06.2015, 10.56
Antwort von Salamander:

Aber auch, wenn wir nix kaufen, gucken macht trotzdem Spaß. Mir gefiel die Stimmung, und auch wie bunt alles war, wie fröhlich ... das tat dem Seelchen gut :-)

Hier in Nürnberg haben wir sowas schon öfter mal, zwar nicht ständig, aber ab und zu gibt es schon schöne Sachen ...